Unglaublich aber wahr, wir feiern tatsächlich am 1. November 2017 unser einjähriges Reisejubiläum. Wir sind bereits 365 Tage auf Reisen und haben noch nicht genug davon. Zählt man noch unsere Ferien Anfangs Oktober 2016 in Südafrika mit Johannes dazu, sind es sogar 379 Tage 😉

Seit Ende September 2016 haben wir kein festes Zuhause mehr und vermissen es nicht mal. Ja, es war damals ein komisches Gefühl, nicht zu wissen wie das wird und das Abenteuer Weltreise zu starten. Wir bereuen es keine einzige Minute. Diese Freiheit und Unabhängigkeit zu haben, ist einmalig. Jeden Tag selber bestimmen zu können, was wir tun möchten, wohin die Reise gehen soll, ist unbezahlbar. Den schillernden Wecker frühmorgens, wenn es draussen noch dunkel ist, hat uns auch nie gefehlt. Wir starten dann in den Tag, wenn wir bereit sind dazu oder die Blase uns weckt. Manchmal früher, doch meistens eher später 😉 Und wer freut sich am Sonntag schon sehr auf den Montag, um endlich nach 2 freien Tagen wieder arbeiten zu können? Wir müssen im Kalender nachschauen, welcher Wochentag ist und das ist ein wirklich gutes Gefühl.

Während der Reise haben wir viel Zeit für Selbstreflexion. Mir wurde bewusst, dass ich in einem Hamsterrad gefangen war und häufig das erfüllt habe, was von mir verlangt wurde. Ich denke, das geht sehr vielen Menschen so, weil es nicht anders möglich ist und es die Gesellschaft verlangt. Wer kann schon das machen, was er gerne möchte. Ich habe sehr gerne gearbeitet und auch sehr viele Stunden im Büro verbracht, teilweise zu viele. Klar, ohne das hätten wir diese Reise nie machen können. Ich bin dennoch sehr froh, dass ich mich aus diesem Alltag befreit habe und wir es gewagt haben, alles aufzugeben. Das was wir jetzt erleben, kann uns niemand mehr nehmen. Es ist uns bewusst, dass wir irgendwann wieder in ein „normales Leben“ zurückkehren müssen, aber dies verdrängen wir noch gekonnt 😉

In einem Jahr haben wir elf Länder bereist (wobei wir bald 6 Monate alleine in USA/Canada verbracht haben) und wir bereuen keines davon. Es gibt Länder, wo wir sagen, einmal hingehen reicht und es gibt auch Länder, wo wir gerne irgendwann zurückkehren werden. Von vielen Ländern hatten wir einen Eindruck gewonnen, aber nicht die Möglichkeit, das ganze Land zu erkunden. Z. B. China, das ist ein riesiges Land und wir haben einen Bruchteil davon gesehen. Vor unserer Reise dachten wir, dass wir massig Zeit hätten, da wir open end reisen. Dies ist allerdings definitiv nicht so. Natürlich haben wir viel Zeit, aber auch bei uns läuft die Zeit fast so schnell wie Zuhause. Des Weiteren lieben wir das schöne Wetter und die Sonne. So schauen wir, dass wir möglichst zur besten Reisezeit in einem Land sind. Wo uns das am wenigsten gelungen ist, war in Neuseeland. Da war es mehr grau und nass als sonnig und warm.

Rückblickend waren die eindrücklichsten Orte/Länder: Tasmanien, Hawaii, Insel Palawan (Philippinen), Neuseeland (gemäss Eik 😉 )

Die schönsten Wanderungen machten wir in Hawaii (Kalalau Trail) sowie verschiedene in Tasmanien und Neuseeland.

Der schlimmste Ort war für uns nach wie vor Manila (Philippinen). Nie mehr werden wir dorthin gehen, zumal uns dort auch das schlimmste passierte. Sie haben Eik’s Reisetasche nach dem Check-in geöffnet und etliche Sachen gestohlen. Meine haben sich auch geöffnet, aber fast nichts entwendet.

USA und Canada sind zwei fantastische Reiseländer, welche wir sehr geniessen. Dennoch war das erste Halbjahr etwas abwechslungsreicher, da wir in derselben Zeit in viel mehr Ländern waren. So mussten wir uns immer wieder an neue Kulturen, Sprachen, Währungen und ans Essen gewöhnen. Spannender aber natürlich auch anspruchsvoller.

Bevor unsere Reise startete, fragten uns die Leute wohin wir gehen und was wir für Pläne haben. Damals hatten wir nur einen ungefähren Plan und das ist nach wie vor so. Was ich auch nicht eingeplant hatte, waren Dinge, welche mich teils an meine Grenze brachten. Nie hätte ich gedacht, dass ich in Thailand im Dschungel durch brusttiefes Wasser waten oder durch eine dunkle Höhle mit Wasser und riesigen Spinnen gehe. Und nein, ich muss es nicht nochmal machen. So schön war es dann doch nicht. In Ko Lanta (Thailand) übernachteten wir 10 Tage bei Pitt im Bungalow (http://www.pittbungalow.com/rooms/class/one-bedroom-cottage.htm). Dort habe ich meine Kollegin Ursi getroffen und ich weiss noch, dass ich ihr gesagt habe, wie Basic die Unterkunft ist und fast schon grenzwärtig. Es lag eine Matratze unter einem Moskitonetz auf dem Boden, hatte einen Ventilator, einen Kühlschrank (!), ein WC und eine kalte Dusche. Ha! Das war noch purer Luxus und ich wusste es nicht mal zu schätzen! Auf Koh Ta Kiev (Kambodscha) hatten wir einen noch einfacheren Bungalow und als wir abends reingingen, funkelten die Augen einer handgrossen Spinne an der Decke. Dazu muss ich sagen, dass Spinnen definitiv nicht meine Lieblingstiere sind. Wir waren sehr dankbar um das Moskitonetz und hofften, dass dieses kein Loch hatte. Die Nacht darauf besuchte uns eine Ratte im Bungalow. Sie rannte den Bambusstäben entlang. Diese störte mich allerdings weniger als die Spinne.
Viele Nächte haben wir in unserem Minizelt verbracht, was auch ging und je nach Ort sogar wunderbar war. Bis anhin war ich nicht der Campingtyp und mit unserem Van „Rusty“ hat sich das nun definitiv geändert. Gut, campen in einem Van ist nochmal viel luxuriöser als im Zelt. Nur schon das ständige auf- und abbauen des Zeltes ist doch recht aufwändig. Inzwischen verbringen wir die Zeit viel lieber in der Natur an einem schönen Ort als in einem Hotelzimmer.

Wenn uns jemand fragen würde, ob wir eine open end Weltreise wieder tun würden, können wir das beide mit einem klaren JA beantworten. Es ist wohl die beste Zeit unseres Lebens und wir sind sehr dankbar dafür. Nach wie vor wissen wir nicht, wann wir definitiv Zurückkehren werden. Unsere Pläne sehen wie folgt aus:
Am 9. November 2017 fliegen wir von Miami nach Bogota (Kolumbien). Für Kolumbien haben wir 3,5 Wochen Zeit und anschliessend geht es weiter auf die Galapagos Inseln. Ja, wir waren schon mal dort im Januar 2015 und es war der bisher schönste und beeindruckendste Ort dieser Erde. Damals hatten wir viel Geld für eine 8-tägige Kreuzfahrt bezahlt und dieses Mal gehen wir als Backpacker dorthin und geniessen 2 Wochen im Paradies. Von Galapagos fliegen wir nach Santiago de Chile, wo wir mit einem Camper 2 Monate durch Chile und Argentinien reisen werden. Am 23. Februar 2018 geht es zurück nach Miami, wo unser „Rusty“ sich hoffentlich sehnlichst auf uns freut 😉 Wir hoffen zum einen, dass uns die Amerikaner wieder rein lassen und dass der Van in 3,5 Monaten keine allzu grossen Standschäden hat. Die Zeit bis ca. Juni/Juli 2018 verbringen wir wieder in USA/Canada (evtl. mit Abstecher nach Mexico). Unser Ziel ist es, den Van anschliessend zu einem ausgezeichneten Preis zu verkaufen, sofern er bis dahin noch fährt… 😉
Ist der Sommer/Herbst nicht auch in Europa schön? Meistens ja und deshalb werden wir diesen im nächsten Jahr auch dort verbringen. Ein Hauptgrund für diesen Entscheid ist vor allem, dass wir unsere Liebsten Zuhause auch endlich mal wieder in den Arm nehmen möchten.

Wenn man schon ein Jahr auf Weltreise ist, freut man sich umso mehr dies noch mit jemand anderem zu feiern. Zum Jahrestag sind wir bei meiner „ehemaligen“ Kosmetikerin Laura. Sie ist vor 5 Jahren mit ihrer Familie nach Miami ausgewandert. Schön, dass wir hier sein können und herzlichen Dank für alles, Laura & family!

Soweit das Fazit nach einem Jahr Weltreise mit unglaublich vielen spannenden, unvergesslichen Momenten. Glücklicherweise waren wir bis auf ein paar Magenverstimmungen in Asien immer gesund, was nicht selbstverständlich ist.

Übrigens laden wir auf Instagram unter dreamtime.gallery regelmässig Fotos hoch, falls dort jemand mal reinschauen möchte 🙂

In diesem Sinne, herzlichen Dank fürs Lesen und das virtuelle Mitreisen auf unserem Abenteuer!

Hier ein paar unserer Lieblingsfotos, wobei es noch hunderte andere gäbe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.