Am Mittwoch, 19. April 2017 haben wir Neuseeland verlassen und sind nach Australien zurückgekehrt. Wir freuten uns auf entspannende Ferien an der Westküste, weil Neuseeland doch sehr anstrengend war. Zudem kehrten wir an den Ort zurück, wo alles begann. Vor über 8 Jahren lernten wir uns nämlich in Perth kennen, weshalb Australien für uns eine ganz spezielle Bedeutung hat.

In Perth übernahmen wir unseren Hippie Camper, mit welchem wir für 3 Wochen an der Westküste unterwegs waren. Kaum haben wir den Camper übernommen, fuhren wir an den Scarbarough Beach. Einer der schönsten Stadtstrände unweit von Perth City. Und endlich hatten wir wieder blauen Himmel und Sonnenschein. Abends gingen wir in den Kings Park, wo man die Skyline von Perth wunderbar betrachten kann. In den 8 Jahren wurden doch einige neue Gebäude gebaut, was es noch eindrücklicher machte. Es war ein herrliches Gefühl, nach so langer Zeit wieder in dieser Stadt zu sein. Für uns beide, ist das DIE Stadt und der Place to be.

Die beiden darauffolgenden Tage verbrachten wir etwas südlicher in der Nähe von Rockingham. Ursprünglich wollten wir nach Margaret River fahren, aber die Wettervorhersage war nicht gut, weshalb wir nicht weiter südlich wollten. In Fremantle legten wir einen Zwischenstopp ein. Ein sehr gemütliches kleines Örtchen, unweit von Perth. Da wir am Montag einen Termin bei der US Botschaft in Perth hatten, verbrachten wir nochmal eine Nacht in Perth, bevor unsere eigentliche Reiseroute nördlich begann.

Unser Ziel war Exmouth. Der Ort liegt etwa 1’270km nördlich von Perth (wenn man direkt fahren würde). Australien ist wirklich riesig und ich muss zugeben, dass wir dies etwas verdrängt hatten. Die Strassen gehen irgendwann nur noch geradeaus und es begegnen einem immer weniger Autos.

Der erste Halt war bei den Pinnacles. Wir waren beide zwar schon mal dort, dennoch ist es irgendwie cool, zwischen den Pinnacles mit dem Auto durchzurollen. Die gelbe Erde mit dem stahlblauen Himmel bilden eine super fotogene Landschaft.

Der Kalbarri Nationalpark war ebenfalls wunderschön. Man fährt der Küste entlang und kann immer mal wieder anhalten und die Klippen von Nahe betrachten. Zudem war es ideal, für eine kurze Fahrerpause und einen Spaziergang. Leider gab es aber auch viele nervige und anhängliche Fliegen, welche einem ständig ins Gesicht flogen und fast in Nase/Mund gekrochen waren. Diese Fliegenplage hatten wir auch schon an anderen Orten an der Westküste.

Wir haben einen Umweg gemacht, um nach Monkey Mia zu gehen. Der Ort ist für die Delphine, welche sehr nahe ans Ufer kommen. Sie kommen dorthin, weil vor vielen Jahren die Fischer sie mit ihrem Fischfang gefüttert haben. Allerdings starben dann einige, weil sie in der freien Wildbahn nicht geübt waren, ihr Essen zu jagen. Auch heute werden sie noch gefüttert, allerdings sehr kontrolliert und nur in geringen Mengen. Das zieht viele Touristen an und zugegebenermassen war es schon schön, die Tiere zu beobachten.

Unterwegs hatten wir noch beim Shell Beach einen Halt eingelegt. Der Strand besteht ausschliesslich aus kleinen Muscheln und leider auch hier fehlte es nicht an Fliegen.

In Coral Bay waren wir an einem Samstag. Es gibt dort zwei Caravan Parks und diese waren fast ausgebucht. Scheinbar ist um diese Zeit High Season und es hatte vor allem Australier mit ihren Kindern, die dort campten. Der Strand von Coral Bay ist bei Flut und Ebbe sehr unterschiedlich. Bei Flut hat man kaum Sandstrand und bei Ebbe ist er mega breit und schön. Was mir dort nicht so gefiel, war das viele Seegras. Zum Schnorcheln ist es die schönste Stelle am Ningaloo Reef. Wir waren 4 Tage später wieder in Coral Bay und am Strand wimmelte es von angeschwemmten roten Quallen. Auch im Wasser hatte es noch etliche. Speziell, denn zuvor war nichts von ihnen zu sehen.

Das Highlight auf unserer Tour war definitiv die Region von Exmouth. Es hat zig wunderschöne Strände mit kristallklarem Wasser. Der Nachteil waren die Quallen. Ich traute mich nicht ins Wasser. Wird man von einem erwischt, muss man ins Krankenhaus. Die zwei Wochen davor mussten 17 Leute ins Spital. Ich war froh, blieb Eik verschont, denn er hüpft fast überall ins Wasser, wo es möglich ist ;).

Zwei Nächte verbrachten wir im Nationalpark selber, wo es verschiedene Campgrounds gibt, die mit einer Toilette und sonst nichts ausgestattet sind. Und endlich sahen wir auch ein paar Kängurus. Das Wildlife haben wir bis anhin ziemlich vermisst, aber wenn man halt die meiste Zeit im Auto verbringt und tagsüber anhält, sieht man nicht soviel. Kängurus sind nachtaktiv, weshalb sie häufig erst bei Dämmerung rauskommen. Aus diesem Grund liegen auch viele tot am Strassenrand. Die Roadtrains halten nicht an und fahren sie einfach um. Gut, sie würden es auch nicht schaffen, rechtzeitig anzuhalten.
An einem Abend habe ich auf unserem Gaskocher am Boden Pasta gekocht. Zwei Kängurus kamen angehoppelt. Eines kam so nahe ran, dass es beinahe die Nase im Topf hatte. Genug Pasta hätten wir gehabt 😉 Wir gehen davon aus, dass sie teils gefüttert werden, denn sonst sind sie sehr scheu.

Wir haben ab und zu an Orten übernachtet, wo es nicht viel Licht gab. Was wir dort für einen Sternenhimmel gesehen hatten, war einfach unglaublich. Es fühlte sich an, wie wenn wir in einer Kugel gesessen hätten. Rundherum waren Sterne und es hatte so so viele davon. Eik war an den Tagen immer nachtaktiv und machte viele Fotos. Wenn man sich diese ansieht, hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Auf dem Retourweg waren wir im Yanchep Nationalpark. Der liegt nicht weit weg von Perth und ist in Westaustralien der einzige Ort, wo man Koalas in freier Wildbahn sieht. Das sind so herzige Tierchen, einfach sehr, sehr träge. Gut, wenn sie sich den ganzen Tag zudröhnen, wundert einem das nicht ;).

Eines Tages, ich sass am Steuer und wir wollten Carnarvon verlassen, winkte uns ein Polizist raus. Sie machten generell eine Kontrolle. Der erste Polizist wollte meinen Nachnamen wissen und danach musste ich mit dem Auto zum zweiten rollen. Dieser hielt mir den Alkoholtester hin und ich musste blasen. Grundsätzlich nichts Spezielles, aber es war Samstagsmorgen um 10.50 Uhr.
Verwundert fragte ich ihn: „At this time?“ Er meinte: „It’s Australia.“

An unserem zweitletzten Abend waren wir bei meiner damaligen Host Family (vor 8 Jahren) zum Abendessen eingeladen. Es hat mich riesig gefreut, die beiden nach so langer Zeit mal wieder zu sehen. Zudem hatten wir mal wieder ein richtiges Bett zum Schlafen.

Nachdem wir 3’951km in 3 Wochen zurückgelegt hatten, flogen wir am Mittwoch Morgen (10. Mai 2017) wir nach Sydney. Dort durften wir bei Bekannten übernachten. Wir haben die Familie auf unserer Galapagos Reise kennengelernt und sie boten uns an, für 4 Tage bei ihnen zu wohnen. So hausten wir während diesen Tagen im Spielzimmer der Kinder. Lustigerweise haben wir an einem Morgen auch noch zwei andere von unserer Galapagos-Reise (Jan. 2015) getroffen, welche zufälligerweise Ferien in Australien gemacht haben. Sie leben in London. Somit war Australien ein grosses Treffen der damaligen Gruppe. Dank den heutigen Medien ist sowas möglich.

In Sydney haben wir es gemütlich genommen. Die Stadt haben wir beide bereits schon mal besucht, weshalb wir nicht alles nochmal abklappern mussten. Die Oper und die Harbour Bridge ist nach wie vor ein Hingucker und so waren wir für den Sonnenuntergang dort. Dieser ist bereits kurz nach 17.00 Uhr, denn es ist ja Spätherbst.
Im Vergleich zu Perth ist Sydney um einiges hektischer und überlaufen. Es hat viel mehr Businessleute, die mit ihren Anzügen durch die Strassen hechten und man spürt die Grossstadt um einiges mehr. Perth ist sogar zur Rush Hour noch entspannt.

Einen wunderschönen Spaziergang haben wir in Sydney vom Bondi Beach zum Coogee Beach gemacht. Dieser ist sehr zu empfehlen, da man sehr nahe an der Küste entlang gehen kann.
Australien gibt uns ein spezielles Gefühl. Wir lieben es einfach, dort zu sein. Es hat ein gemütliches Tempo und fast alles ist „no worries“. Die Menschen sind mega freundlich und lächelnd unterwegs. Dies ist auch in Grossstädten der Fall. Man stelle sich das mal in Zürich vor. Es ist einfach sehr entspannend und die 3,5 Wochen haben uns sehr gut getan.

Als wir auf der US Botschaft in Perth waren, wurden wir interviewt, weil wir ein 6-monatiges Touristenvisum beantragt haben. Unsere Pässe mussten wir dort lassen und wir hofften, dass wir diese rechtzeitig zurückerhalten werden. Sie wurden per Post zum Caravan Park gesendet, wo wir unsere letzte Nacht in Perth verbrachten. Und yes, wir haben das Visum und die Pässe bekommen 🙂 Somit freuen wir uns, Amerika ausgiebig erkunden zu können.

Hier noch ein paar Impressionen mit unserem Lieblingsspielzeug:

Highlights in Westaustralien: herrliche Sonnenuntergänge, beeindruckender Sternenhimmel, viele schöne Strände, Perth

Lowlights in Westaustralien: nervende Fliegen, Quallen in Exmouth

Am Sonntag, 14. Mai 2017 sind wir von Sydney nach Hawaii weitergezogen.

  1. Bin endlich mal wieder zum Blog Lesen gekommen 🙂 Danke vielmal Moni für deine Zeit, die du dafür aufwendest – es ist super toll zum Lesen!
    Und wenn ich von Australien lese, ja du weisst es, dann bekomme ich immer sooooo Heimweh! Danke an Eik für die tollen Sternenhimmel Fotos!!! Wie vermisse ich diesen Nachthimmel!
    Mached’s wiiter guet und jetzt muess ich no wiiter läse und luege ;))
    Ganz liebi Grüessli Babs

    1. Hey Babs
      Vielen Dank für deine Rückmeldung. Freut mich zu hören, dass sich meine Mühen lohnen 😉
      Ja, Australien ist einfach speziell. Das mussten wir einmal mehr feststellen. Es gibt einem das ganz besondere „Australien feeling“, das man nur schlecht beschreiben kann. Es ist auch wirklich so „no worries“, wie es die Australier immer betonen. Das fanden wir fast nirgendwo sonst auf unserer Reise.
      Glg us San Diego 🙂

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