Nach einer sehr langen Anreise von den Cook Inseln, erreichten wir am Sonntag, 12. Mai 2019 nach etwa 18h die Insel Bali (Indonesien). Indonesien ist der weltgrösste Inselstaat mit 17’508 Inseln.

In Fussdistanz zum Flughafen Denpasar haben wir eine Unterkunft für eine Nacht gebucht. Geplant hatten wir in Bali nur drei Nächte und um möglichst viel von der Insel zu sehen, mieteten wir uns ein Auto. Eigentlich wollten wir ein möglichst kleines, aber wir entschieden uns für das günstigste, was wiederum nicht das kleinste war. Ein Toyota Avanza war unser Begleiter für zwei Tage. Im Gegensatz zu Polynesien hatte es um einiges mehr Verkehr und unzählige Roller, die gefährliche Überholmanöver vollbrachten. Des Weiteren waren die Strassen teils beschädigt. Ja, ein kleineres Auto wäre definitiv besser gewesen ;) Je weiter weg man von Denpasar ist, umso schöner wird die Landschaft. Wunderschöne Reisterrassen und Wasserfälle. Auffällig waren die vielen Schreine. Fast jedes Haus war mit hinduistischen Skulpturen verziert, so dass es aussah als hätte es unzählige Tempel überall. Wir nächtigten im Norden der Insel in der Nähe der Aling-Aling Wasserfällen. Die kleine Unterkunft war mit ihren verschiedenen Bungalows mit Sicht über Reisfelder total schön in die Natur eingebettet. Noch am selben Nachmittag spazierten wir zu den Aling-Aling Wasserfällen, welche sehenswert sind.
Nach einem leckeren Frühstück ging unsere Entdeckungstour weiter. Wir besuchten den Gitgit und einen weiteren Wasserfall (Name vergessen). Generell fiel uns auf, dass sie versuchen, einem einen Guide aufzuschwatzen. Sie sagen dann immer, es sei für die Community und es sei besser, wenn man mit Guide dorthin gehe. Es ist an vielen Orten ohne Guide problemlos möglich zu den Wasserfällen zu kommen und da wir lieber ohne Guide solche Dinge unternehmen, verzichteten wir darauf.

Ein sehr schöner, aber dadurch auch touristischer Spot ist der Pura Ulun Danu Beratan. Die kleine Tempelanlage liegt am Beratan See und kommt mit der wunderbaren Kulisse super zur Geltung. Der Eintritt kostet IDR 50’000.-/P. (CHF 3.40/P.) und das Parkieren IDR 5’000.- (CHF 0.34).


Zum Sonnenuntergang legten wir einen Stop am Kuta Beach ein, wo sich unzählige Surfer und strandbegeisterte Menschen aufhielten. Es war mega voll. Selten hatten wir auf unserer Reise einen so überlaufenen Strand gesehen. Zugegeben, wir bevorzugen eher die ruhigeren Orte, aber da wir schon mal auf Bali waren, wollten wir uns diesen berühmten Strand mal anschauen 😉 Nach zwei Tagen gaben wir unser Auto wieder ab und ich war nicht unglücklich, denn das Fahren auf der Insel fand ich nicht sehr entspannt. Wir übernachteten nochmals im selben Hotel wie in der ersten Nacht in Flughafennähe, da wir am nächsten Morgen mit Nam Air nach Labuan Bajo (Insel Flores) flogen. Der Flug dauerte eine knappe Stunde und wir sassen wohl im bisher ältesten Flugzeug. Es kam mir vor, wie bei der Oma im Wohnzimmer. Die Sessel waren richtig old school und der ganze Stil wirkte generell alt, ja schon fast etwas abgestanden. Gerne hätten wir die Insel Flores noch erkundet, aber leider hatten wir zu wenig Zeit. Unser Ziel war der Komodo Nationalpark, wo wir für vier Nächte bei den Scuba Junkies einen Bungalow gebucht hatten. Der Bootstransfer vom Hafen in Labuan Bajo bis zum Resort dauerte rund 1h. Wir hatten einen einfachen Garden Bale (Basic Bungalow), wo zwei Matratzen unter einem Moskitonetz auf dem Boden lagen. Ein Bambusrollladen sorgte für ein kleines bisschen Privatsphäre. Die Anlage war mitten in der Natur eingebettet und hatte eine gemütliche Lounge am Meer, wo wir wunderbare Sonnenuntergänge geniessen konnten.

In den kommenden drei Tagen standen 9 Tauchgänge auf dem Programm. Morgens ging es aufs Schiff und am späten Nachmittag kehrten wir jeweils zurück. Das doppelstöckige Schiff war total gemütlich mit verschiedenen Sitz-/Chillmöglichkeiten ausgestattet. Auch das Essen war immer sehr lecker, was nicht selbstverständlich ist.

Das Tauchen im Komodo Nationalpark ist bekannt für die Strömung. Der Pazifik und der indische Ozean prallen aufeinander, wo warmes und kaltes Wasser zusammenkommt. Diese Umstände lieben viele Fische, Korallen und andere Meerestiere, weshalb man dort sehr viel unterschiedliches beim Tauchen sehen kann. Nebst vielen bunten Fischen, gibt es auch Haie, Mantas und wunderschöne Korallenriffe.

Vor jedem Tauchgang gab es ein ausführliches Briefing auf dem Schiff, wo alles sehr genau mit einer von Hand gemalten Skizze erklärt wurde. Wir waren es uns noch nicht gewohnt, mit starker Strömung zu tauchen. Am ersten Tag sagten sie uns beim Briefing, dass wir den „Superman Drift“ machen werden. Es habe eine starke Strömung und wir würden mit dieser einfach mittauchen. Nun gut, wir waren gespannt, wie es sich unter Wasser anfühlt. Auf ging es ins kalte Nass und kurze Zeit später erfasste uns die Strömung. Wer ein Adrenalinjunkie ist, würde das lieben. Man fliegt quasi durchs Wasser vorbei an den Fischen und Korallen, manchmal seitlich manchmal vorwärts oder irgendwie. Da noch andere Taucher unterwegs waren, flogen somit auch noch andere Menschen vorbei 😉 Für mich war es kein gutes Gefühl, denn man war der Strömung ausgeliefert und konnte kaum was dagegen tun. Ich war nicht traurig, als der Tauchgang zu Ende war und wir wieder an der Wasseroberfläche auftauchten.

Am zweiten Tag stand „Couldron“ (Hexenkessel) auf dem Programm. Schon beim Briefing überlegte ich mir, ob ich den Tauchgang überhaupt machen soll. Die Strömung sei stärker als beim Superman Drift und unser Dive Guide würde unter Wasser ein Seil einhaken, welches wir greifen und uns festhalten müssen. Wir sollen darauf achten, dass unser Mundstück und unser Taucherbrille nicht wegfliegt… Trotz meinen Befürchtungen machte ich den Tauchgang. Als der Dive Guide uns das Zeichen für Strömung gab, wusste ich, jetzt gilt es ernst. Er holte sein Seil raus und hakte es an einem Stein ein. Eik, eine andere Taucherin und ich konnten alle das Seil greifen und schwebten hintereinander in der Strömung. Drei Sekunden später flogen wir alle rückwärts davon, da sich das Seil vom Stein gelöst hatte. Etwas planlos, was wir nun machen mussten, versuchten wir, den Körper einigermassen im Griff zu haben. Die Strömung war echt krass. Unser Dive Guide unternahm einen zweiten Versuch und hakte das Seil erneut ein. Nun war es so, dass keiner von uns das Seil erwischte. Mit meiner rechten Hand hielt ich Eik an seinem Arm fest, dass er nicht wegfliegt und mit meiner linken Hand hielt ich das Bein der anderen Taucherin. Sie wiederum hielt das Bein des Dive Guides. Ja, man könnte sagen, der Versuch ist missglückt, was unser Guide recht schnell merkte und das Seil löste. Und wieder flogen wir rückwärts davon. Beim Briefing hiess es, dass wir nach diesem Hexenkessel links halten müssten. Während die anderen alle links tauchten, trieb mich die Strömung nach rechts weg. Ich paddelte wie wild gegen die Strömung, aber kam keinen Meter weiter. Die anderen entfernten sich immer weiter weg von mir. In dem Moment wusste ich nicht, was ich tun sollte, denn das paddeln mit meinen Beinen war ermüdend und wenn ich aufhörte, driftete ich noch weiter weg. Wie aus dem Nichts, tauchte ein Dive Guide Trainee neben mir auf und reichte mir sein Seil. Er hatte durch seine langen Flossen (Freedive Flossen) viel mehr Kraft und konnte mich aus der Strömung rausholen. Ich war so unglaublich froh, dass er genau an diesem Tag mit uns auf dem Schiff war und mich so „retten“ konnte. Hätte es mit dem Einhaken des Seils besser geklappt, hätten wir wahrscheinlich einige Haie und Mantas beobachten können, denn die lieben es, sich dort aufzuhalten. Davon haben wir aber nichts gesehen…

Für mich war „Couldron“ so übel, dass ich dem Dive Guide mitteilte, auf die weiteren Tauchgänge zu verzichten, wenn es solche starken Strömungen hätte. Abends besprach er den kommenden Tag mit den anderen Dive Guides und sie entschieden, dass am Folgetag ruhige Tauchgänge auf dem Programm stehen werden. Und es war tatsächlich so. Alle drei Dives waren mega schön und mit minimen bis keinen Strömungen. Wir haben so unglaublich viele Fische gesehen und konnten lange einen Tintenfisch in einer Koralle beobachten.

Nach neun Tauchgängen in drei Tagen waren für mich zwei Dives gar nicht cool und die anderen waren ok oder sehr schön. Man muss wirklich sagen, dass die Vielfalt unter Wasser riesig und es ein grosses Erlebnis ist, dort zu tauchen. Da es zwei Tage später Vollmond war, hatte dies einen Einfluss auf die Strömung. Je näher der Voll- oder Neumond ist, desto stärker merke man die Strömungen. Ob das beim Tauchen immer und überall auf der Welt der Fall ist, wissen wir nicht, aber in Komodo spürt man dies scheinbar sehr stark. Vielleicht wäre Couldron sonst auch nicht so schlimm gewesen. Wir tauchen beide generell lieber gemütlich und schauen uns die Unterwasserwelt an, als wenn man einfach dran vorbeifliegt und kaum was erkennen kann.

An unserem letzten Abend gingen wir mit dem Schiff zu den Flying Fox. Zum Sonnenuntergang stiegen hunderte Flughunde aus den Mangroven auf und flogen nahe über unseren Köpfen hinweg. Wow, was für ein nicht enden wollendes Spektakel. Auf dem Rückweg in unser Tauchresort sahen wir sogar noch Delphine 🙂


An unserem Abreisetag machten wir noch einen kurzen Halt auf Rinca Island, um die Komodowarane anzuschauen. Es sind die grössten Warane der Welt, können bis zu 3m lang und über 70kg schwer werden. Da die Tiere nicht ungefährlich sind, wird man von einem Guide begleitet. Er fragte in die Runde, ob jemand aus der Schweiz ist. Ich war die einzige, die die Hand hob und dann erzählte er, dass 1974 ein Schweizer Fotograf von einem Waran gefressen wurde. Vermutlich ging er mit seiner Kamera zu nah ran. Sie fressen sogar Büffel, was unvorstellbar ist, auch wenn die Warane gross sind. Im Unterkiefer haben sie Giftdrüsen, welches bei der Beute die Blutgerinnung verringert und einen Schock verursacht. Selbst wenn es die Beute schaffen sollte, zu fliehen, stirbt es später an den Folgen des Gifts. Die Warane leben auf Rinca in freier Wildbahn, allerdings sassen die meisten bei der Personalküche, wo sie sich Essen erhoffen. Gefüttert werden sie angeblich nicht, was wir etwas bezweifeln. Mit dem Guide drehten wir eine Runde über die Insel. Wir sahen kaum Warane auf der Wiese oder sonst auf dem Rundgang. Immerhin lagen bei der Küche etwa 15 Warane.


Per Boot ging es zurück nach Labuan Bajo, wo wir ein paar Stunden Zeit hatten, bevor es aufs nächste Schiff ging. Unsere nächste Destination war Lombok, welche wir auf dem Wasserweg erreichen wollten. Abends checkten wir in unsere einfache Kabine ein, wo uns zwei Kakerlaken empfingen. Die erste Nacht verbrachten wir im Hafen von Labuan Bajo und frühmorgens tuckerte das Schiff zur Rinca Island. Wir blieben an Board, da wir die Komodowarane ja bereits am Vortag gesehen hatten. Weiter ging es zur Insel Gili Laba, wo wir einen Schnorchelstop einlegten. Das erste was wir sahen als wir ins Wasser eintauchten, war Abfall. Noch nie haben wir beim Schnorcheln so viel Müll rumschwimmen sehen. Ich fing an während des Schwimmens, Abfall einzusammeln und brachte es zurück auf unser Schiff. Natürlich in der Hoffnung, dass sie es nicht kurze Zeit später wieder ins Wasser zurückwerfen… Ansonsten war es ein mega schöner Ort zum Schnorcheln. Es hatte wunderschöne Korallen und eine Vielzahl an Fischen.

Ab 13.30 Uhr fuhr das Schiff bis zum nächsten Morgen ohne Halt durchs Gewässer. Die Gegend um den Komodo Nationalpark in Richtung Lombok ist sehr beeindruckend. Viele kleinere und grössere Inseln ragen aus dem Wasser und geben der Umgebung einen speziellen Touch. Man fährt nicht einfach nur über das offene Meer, sondern kann sich immer wieder etwas ansehen. Wir hatten auch das Glück einen aktiven Vulkan beobachten zu können. Diesen hatten wir bereits vom Tauchresort in weiter Ferne gesichtet als immer wieder Rauchwolken aufstiegen. Nun fuhren wir mit dem Schiff direkt dran vorbei und da es bereits eindunkelte, sahen wir sogar die orange leuchtende Lava in die Höhe steigen. Dies gepaart mit einem schönen Sternenhimmel und dem Mond, der aufging. Wow, wie unglaublich schön die Natur doch ist.
Eik sah am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang sogar ein paar Delphine :) Unser nächster Halt war auf Moyo Island, wo wir zu Fuss durch ein Dorf zu einem kleinen Wasserfall liefen. Man konnte sich mit einem Seil hin- und herschwingen, um sich anschliessend ins Wasser fallen zu lassen. Tarzan lässt grüssen. Während ich lieber zusah, konnte Eik nicht genug davon kriegen ;) Zurück ging es aufs Schiff und wir steuerten die Keramat Insel an. Auf dieser Insel lebt ein Ehepaar ganz alleine und man kann die Insel innert fünf Minuten zu Fuss umrunden. Auf der Seite, wo die Touristen ankommen, sieht es relativ sauber aus. Es liegt auch dort immer mal wieder Abfall. Erschrocken bin ich allerdings über die vielen Plastikbecher etc., welche auf der anderen Seite der Insel lagen. Unglaublich viel Müll lag am Ufer und es schien als würde es das Ehepaar nicht interessieren. Es ist die Frage, ob das ihr eigener Abfall war oder ob das meiste angeschwemmt wurde. Vermutlich eine Kombination aus beidem. Eine sehr traurige Sache 🙁 Natürlich stiessen wir auch beim Schnorcheln auf Abfall, jedoch lag im Wasser weniger als bei der Insel „Gili Laba“.


Abends erreichten wir die Insel Lombok, wo wir per Bus in unsere Unterkunft in Mataram gefahren wurden.
Die Tour von Labuan Bajo (Insel Flores) nach Lombok per Schiff war schön, aber man darf definitiv keinen Luxus erwarten. Das Essen war recht gut und auf dem Schiff waren rund 30 Leute (inkl. Crew). Wir waren froh, dass wir uns für eine Kabine entschieden hatten. Man hätte auch auf dem Deck schlafen können. Die Kabine war zwar etwas teurer, aber auf dem Deck hatte man keine Privatsphäre und nachts wurde es doch relativ kühl. Geschlafen haben wir auf dem Schiff nicht so gut, da die Schiffsmotoren sehr laut waren. Die See war bis auf die letzte Nacht sehr ruhig. Ich musste aufpassen, dass ich nicht aus dem Hochbett fiel 😉 Wer diese Tour buchen möchte, kann dies über Perama Tours machen. Wir haben für zwei Nächte pro Person IDR 2’200’000.- (CHF 188.-) bezahlt.

Auf der Insel Lombok hatten wir wieder ein Mietauto für die kommenden vier Tage. Im Vergleich zu Bali sind die Strassen breiter, in besserem Zustand und weniger befahren. Generell trifft man auf weniger Touristen, was uns viel mehr zusagt. Es gibt viele wunderschöne Aussichtspunkte, wo man einen Halt einlegen und die Strände bestaunen kann. Da wir noch keine Unterkunft gebucht hatten, suchten wir uns vor Ort eine. An einem Strand im Norden wurden wir fündig und so quartierten wir uns für eine Nacht ein. Eine Outdoor Massage und ein schönes Abendessen am Strand rundete unseren Tag ab.

Wir besuchten zwei Wasserfälle (Sendang Gile und Air Terjun Tiu Kelep). Um zu den Fällen zu gelangen, braucht man einen Guide, denn man muss immer wieder Wasser durchqueren und der Weg ist nicht ausgeschildert. Die beiden Wasserfälle sind sehr unterschiedlich und sie lohnen sich allemal. Ein paar Wochen zuvor wurde ein Asiat von einem Stein erschlagen, welcher sich gelöst hatte und ist dabei gestorben.

Mit dem Auto fuhren wir entlang des Rinjani Vulkans und wegen des herrlichen Wetters, sahen wir den ganzen Vulkan in seiner vollen Pracht. Der Vulkan war zu der Zeit aktiv und deshalb ein paar Wanderwege gesperrt.

Unsere Unterkunft lag am Rande eines Reisfeldes mit Blick auf den Vulkan. Inzwischen war er jedoch nicht mehr so gut sichtbar, da er in dicke Wolken gehüllt war. Nach einem leckeren Frühstück ging es am nächsten Tag weiter zum Pink Beach. Die letzten 11km vor dem Strand waren nicht asphaltiert und die Strasse war in echt miesem Zustand. Wir brauchten für die kurze Strecke etwa 45 Minuten, denn wir mussten etlichen Löchern ausweichen. Zum Glück hat sich der Weg gelohnt, denn es ist ein wirklich schöner Strand und die rosarote Farbe kommt mit der Sonneneinstrahlung toll zur Geltung. Die meisten Touristen machen eine Bootstour zu dem Strand und fahren nicht mit dem Mietauto oder Roller dorthin.

Nach einem kurzen Aufenthalt am Pink Beach ging es zurück über die ruppige Strasse nach Kuta, wo wir für eine Nacht eine Bleibe gebucht hatten. Kuta ist recht touristisch, hat viele Unterkünfte und Restaurants. Unser Zimmer war riesig und der kleine Ort hat uns ebenfalls super gefallen, weshalb wir spontan um eine weitere Nacht verlängerten.


Ganz in der Nähe liegt der Tanjung Aan Beach. Der lange weisse Sandstrand liegt in einer Bucht und für uns ist es eine der schönsten Buchten, die wir je gesehen haben. Als wir nachmittags dort waren, stand fest, dass wir zum Sonnenuntergang unbedingt auf den Merese Hill müssen. Von dort oben hat man eine herrliche Sicht auf die ganze Bucht. Auf der anderen Seite des Hügels liegt ein weiterer schöner Sandstrand. Es leben ein paar Einheimische am Tanjung Aan Beach, aber es gibt keine Unterkunft in der Nähe und es ist auch nicht kommerziell. Es gibt zwar ein paar ganz einfach Restaurants und die Einheimischen (vor allem die Kinder) verkaufen T-Shirts und Armbändeli, aber an einem solchen Ort erwartet man etwas anderes. Als wir zum Sonnenuntergang nochmals dorthin fuhren, warteten schon die Kinder mit eisgekühltem Bier auf uns. Man bedenke, dass Lombok muslimisch ist. Viele Kinder sprachen sehr gut Englisch, was uns erstaunt und gleichzeitig erfreut hat.

Am nächsten Tag gingen wir voll motiviert an den Pantai Selong Belanak Beach, wo ich das erste Mal auf ein Surfbrett stehen wollte. Eik hatte dies schon gemacht, weshalb er etwas mehr Erfahrung hatte als ich. Wir mieteten uns beide ein Surfboard und auf ging es in die Fluten. Rund zwei Minuten später war mir klar, dass das nichts für mich ist. Ich sass am Ufer auf dem Board und schaute dem Treiben zu. Das reichte mir bereits. Es war nur schon schwer mit dem Board etwas rauszulaufen, denn es kamen permanent Wellen, die den Weg erschwerten. Natürlich braucht man Wellen zum surfen, aber ich merkte einfach, dass es nicht mein Ding ist und brachte das Board wieder zurück. Man muss ja auch nicht alles mitmachen 😉 Eik hatte über eine Stunde Spass in den Fluten und kam mit ein paar Schürfwunden ans Ufer zurück.


Am kommenden Morgen war es Zeit nach Mataram zurückzufahren, denn wir mussten unser Mietauto abgeben. Per Taxi ging es zum Hafen, wo wir mit einer öffentlichen Fähre auf die Insel Gili Air übersetzten. Die Fähre kostete IDR 12’000/P. (CHF 0.85/P.) und die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten. Der Name Gili Air bedeutet Wasser und hat nichts mit Luft zu tun. Es gibt drei Gili Inseln (Trawangan, Meno und Air), welche nahe beieinander liegen. Nur auf Gili Air gibt es im Norden Süsswasser zum Duschen etc. An den anderen Orten haben sie nur Salzwasser, das heisst man duscht dann mit Salzwasser. Auf Gili Air gibt es keine Autos und läuft man 5km hat man die Insel einmal umrundet. Es verkehren Fahrräder, Kutschen und ein paar vereinzelte Motorroller. Eine coole Insel zum Relaxen, was wir für die nächsten drei Nächte geplant hatten. Unsere Unterkunft lag im Norden der Insel und wir wurden mit wunderschönen Sonnenuntergängen verwöhnt. Es gab sehr leckere Restaurants in unmittelbarer Nähe und wir genossen die Entspannung in vollen Zügen.

Mit einem Speedboat ging es weiter auf die nächste Insel: Nusa Penida. Die Fahrt dauerte rund 3h und kostete CHF 32.-/P. (https://gilitransfers.com/). In Nusa Penida standen unsere letzten Tauchgänge auf dem Programm. 3 Tage buchten wir bei den Scuba Junkies 9 Tauchgänge. Wir hofften auf die Mola Mola Fische zu stossen, denn diese werden immer mal wieder in dieser Region gesichtet. Der Mola Mola wird auch Mondfisch genannt und ist der schwerste Knochenfisch der Welt. Der Mondfisch kann eine Länge von 3,30 Metern und ein Gewicht von 2,3 Tonnen erreichen. Leider wollte sich aber keiner blicken lassen. Sie sind scheinbar meist im August in der Gegend, weil das Wasser dann kühler wird. Wir sahen dafür am zweiten Tag mega viele Mantas, was wir uns ebenfalls gewünscht hatten. Wir wissen nicht genau, wie viele es waren, aber bestimmt zwölf. Was für wunderschöne elegante Meerestiere. Einer war sogar komplett schwarz, was man nur selten zu Gesicht bekommt, denn normalerweise sind sie am Bauch weiss. Nach dem Tauchen mieteten wir uns einen Roller, um die Insel noch etwas zu erkunden. Auf Empfehlung eines Dive Guides fuhren wir zum Amok Sunset. Ein Restaurant, Bar mit Pool und wunderschöner Aussicht. Ideal, um den Sonnenuntergang zu geniessen und zu dinieren. Es ist zwar etwas teurer, aber es war es uns definitiv wert. Es gibt verschiedene gemütliche Sitzmöglichkeiten und auch ein paar Bambusbaumhütten, wo man sich verweilen kann. Generell hatten wir ein paar schöne Tauchgänge, jedoch war das Meer teilweise sehr rau. Als wir zu den Mantas fuhren, verteilte die Crew schon im Vorfeld Tabletten für Seekrankheit 😉


Weiter ging es nach unserem letzten Tauchgang per Speedboat zurück auf die Insel Bali, wo wir in der Nähe des Sanur Beaches übernachteten. Am Sanur Beach gibt es unzählige Restaurants und Läden, was es sehr touristisch macht. Gleichzeitig hat es eine gemütliche Strandpromenade, welche für eine Joggingrunde ideal ist 🙂

Am darauffolgenden Abend hob unser Flieger von Denpasar (Bali) nach Yogyakarta (Java) ab. Andere Reisende haben von der Stadt Yogyakarta geschwärmt und so freuten wir uns darauf. Wir stellten allerdings fest, dass es wie viele andere asiatischen Grossstädte ist und dies sind nicht unsere bevorzugten Orte. Laut, stinkig, dreckig und viele Menschen. Wir bereuten es, das Hostel für drei Nächte gebucht zu haben, denn wir erwarteten eine echt coole Stadt. Wir schlenderten der Malioboro Strasse entlang, wo unzählige Kleiderhändler den Fussweg säumten und besuchten den Palast.
Abends sprach uns ein Einheimischer an und fragte, ob wir schon in der Gallery waren. Wir verneinten und er erzählte uns, dass es in der Nähe eine Gallery hätte, wo Bilder ausgestellt seien, welche Studenten gemalt hatten. Er führte uns zur Gallery, wo uns ein anderer sehr freundlicher Einheimischer empfing. Dieser erklärte uns die Maltechnik und er zeigte uns die vielen verschiedenen Bilder. Der Einheimische sagte uns, dass es der letzte Tag der Ausstellung sei und die Gallery in 10 Minuten schliesse. Uns gefielen viele wirklich gut und wir entschieden uns, eines zu kaufen. Eine schöne Erinnerung an unsere Weltreise und da wir demnächst Nachhause gingen, war es auch vom Gewicht her kein Problem. Wir nahmen sowieso nur das Bild ohne Rahmen. Es fühlte sich irgendwie so gut an und ich dachte, cool, jetzt haben wir auch gleich etwas gutes getan, indem wir die Künstlerstudenten unterstützt haben.
Am nächsten Tag waren wir wieder in der Nähe der Gallery und Eik wollte schauen, ob sie wirklich nicht mehr geöffnet ist oder ob sie uns angelogen hatten. Nun ja, leider wurden wir so richtig über den Tisch gezogen… Die Gallery war auch am nächsten Tag offen und auf der Strasse wurden wir wieder von Einheimischen angequatscht, ob wir schon in der Gallery gewesen seien. Nach meiner Internetrecherche fand ich verschiedene Berichte, dass dies Betrüger seien. Ja, wir haben ein Lehrgeld bezahlt und das Bild gefiel mir ab dem Zeitpunkt nicht mehr so gut. Sehr schade, dass es so unehrliche Menschen gibt, die Touristen abzocken wollen, denn wir haben die Indonesier bis zu dem Zeitpunkt immer als sehr freundlich und ehrlich erlebt.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Grab Taxi zum Prambanan Tempel, welcher 1,5h von Yogyakarta entfernt liegt. Der Prambanan Tempel ist ein UNESCO Weltkulturerbe und ist die grösste hinduistische Tempelanlage in Indonesien. Gleichzeitig auch eine der grössten hinduistischen Tempel in Südostasien. Die Tempel wurden etwa im Jahre 850 erbaut und sehen sehr schön aus. Viele kleinere und grössere Schreine sind zu besichtigen und in ein paar kann man sogar rein, um die Statuen von Shiva, Vishnu und Brahma anzuschauen. Für uns war es ein lohnenswerter Tagesausflug.


Nach drei Nächten verliessen wir Yogyakarta und fuhren mit einem Grab Taxi zu unserer nächsten Destination: Borobudur. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde. Wir hatten dort eine nette Unterkunft in Tempelnähe gebucht. Borobudur ist die grösste buddhistische Tempelanlage der Welt. Erbaut wurde sie in der Zeit zwischen 750 und 850. Was wir nicht bedacht hatten, war das Ende des Ramadans (87% der Indonesier sind Muslime). Wenn der Ramadan endet, feiern die Einheimischen eine Woche und sie haben alle frei. Viele Restaurants, Geschäfte, Wäschereien etc. sind geschlossen. Wir hatten noch nie Berührung mit dem Ramadan und wussten dies schlichtweg nicht. Eigentlich hätten wir unsere Wäsche waschen müssen, was jedoch unmöglich war. Dadurch, dass die Einheimischen frei hatten, wurden solche Sehenswürdigkeiten überrannt. Rund um unsere Unterkunft, welche etwas abseits der Strasse lag, parkierten viele ihr Auto, so dass ein permanenter Trubel war. Ein gutes Geschäft für den Hausbesitzer, denn er verlangte Parkgebühren. Wir entschieden uns, den Borobudur Tempel zum Sonnenaufgang zu besuchen. Mit einem Spezialticket kann man um 4.30 Uhr zum Tempel. Man zahlt dafür IDR 475’000.-/P. (CHF 34.-/P.) und kann sich am Frühstücksbuffet bedienen. Zudem erhält man ein kleines Souvenir. Kein Schnäppchen, aber wir fanden, dass es sich gelohnt hat. Es hat zwar bereits um diese Uhrzeit viele Leute, jedoch versprüht der Sonnenaufgang eine spezielle Atmosphäre.

Wir mieteten uns einen Roller und erkundeten die Umgebung. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Sonnenaufgang zum Sunrise Setumbu Hill, wo man IDR 50’000.-/P. (CHF 3.45/P.) Eintritt zahlt, um eine wunderbare Aussicht zu geniessen. Vulkanspitzen waren in weiter Ferne sichtbar. Es war leider sehr neblig, so dass man nicht gerade viel sah. Wir dachten, dass der Morgennebel sich verziehen würde, was aber an dem Morgen nicht der Fall war. Den Borobudur Tempel sahen wir von dort nur kurz vor Sonnenaufgang aus grosser Distanz.


Mit einem Grab Taxi ging es zurück nach Yogyakarta, wo wir nochmals eine Nacht verbrachten, bevor wir nach Singapore flogen. Singapore war unsere letzte Destination auf unserer Weltreise. Irgendwie ein komisches Gefühl zu wissen, dass wir in der Nacht vom Montag, 10. Juni 2019 nach 32 Monaten auf Reisen zurück in die Heimat kehren. Mit einem lachenden und weinenden Auge bestiegen wir den Flieger und hoben ab in Richtung Berlin. Wir waren nicht wehmütig, dass die Reise zu Ende geht, denn wir hatten eine unglaublich schöne Zeit und schauen mit viel Dankbarkeit darauf zurück. Nie ist uns was Schlimmes oder sehr Negatives zugestossen. Nie waren wir schwer erkrankt oder verunfallt. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit, denn wir bewegten uns in der ganzen Welt auf verschiedenen Kontinenten mit ganz unterschiedlichen Einflussfaktoren und Transportmitteln.
Nach ein paar Tagen in Deutschland landete ich am Freitag, 14. Juni 2019 in Zürich, wo mich eine liebe Freundin begrüsste. Herzlichen Dank für den süssen Empfang, Coco 🙂

Nochmals ein Schwenker zurück nach Indonesien für ein kurzes Fazit: Unsere Erwartungen waren recht tief und wir dachten im Vorfeld noch, ob das eine gute Idee sei, Indonesien als unsere letzte Destination zu wählen. Schlussendlich wurden wir positiv überrascht. Die Leute waren alle sehr nett und hilfsbereit. Teils leben sie in einfachen Verhältnissen und ja, auch sie haben eine Abfallproblematik, welches hauptsächlich wegen Plastik entsteht. An einigen Orten haben sie schon ein gutes Augenmerk darauf und auf Gili Air bekamen wir für die Getränke einen Bambus- oder Metallstrohhalm und kein Plastik. Auch Mülltrennung trafen wir ab und zu an. Auf den Tauchgängen haben die Dive Guides ebenfalls Abfall eingesammelt, wobei wir dort nicht auf viel Müll gestossen sind. Ich bin ja der Meinung, dass man die Plastik-Hersteller zur Verantwortung ziehen müsste, denn sie richten dieses Unheil auf der ganzen Welt an. Den Ramadan mitzuerleben, war interessant. Während dieser Zeit singt der Muezzin zwischen 18.00 bis 03.00 Uhr fast nonstop. Das ist die Zeit, in der das Fasten aufgehoben ist und die Leute somit Essen dürfen. Indonesien ist ein prädestiniertes Land zum Tauchen. Wir können die Scuba Junkies wärmstens empfehlen. Wir hatten immer ein gutes Gefühl mit ihnen und die Dive Guides sind super. Obwohl wir erst Anfangs März 2019 unser Tauchzertifikat erlangt hatten, verliessen wir Indonesien mit 55 bzw. Eik mit 61 Tauchgängen 🙂
Wir schafften es nicht, die unzähligen Inseln dieses Landes zu erkundigen und denken, dass wir wieder mal zurückkehren werden. Ein Nachteil ist leider, dass es ein Erdbebengebiet ist und viele aktive Vulkane beherbergt.

Highlights: Rinjani Vulkan (Lombok), Aussicht vom Merese Hill auf den Tanjung Aan Beach (Lombok), Gili Air, Mantas in Nusa Penida gesehen, viele sehr schöne und preiswerte Unterkünfte, sehr nette Leute, gesund in die Heimat zurückgekehrt 🙂

Lowlights: teils zu krasse Strömung beim Tauchen in Komodo, Abfallproblematik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.