Am Sonntag, 1. April 2018 verliessen wir das El Malpais National Monument und zogen weiter zum  Petrified Forest Nationalpark. Petrified Forest heisst nichts anderes als versteinerter Wald. Was einen dort erwartet sind Jahrtausend alte versteinerte Baumstämme. Nach wie vor sehen sie aus wie richtige Baumstämme, jedoch schimmert die Versteinerung in ganz unterschiedlichen Farben. Wir fanden den Ort sehr faszinierend. Nebst den herumliegenden Stämmen, bietet es zudem eine herrliche farbenfrohe Wüstenhügelkulisse. Ein Ranger gab uns zudem noch ein paar „Geheimtrailtipps“, welche wir natürlich gewandert sind.

 

Das Canyon de Chelly National Monument liegt in Arizona und war mir zuvor nie ein Begriff. Ein National Monument mit freiem Eintritt und einem wahnsinnig beeindruckenden Canyon. Wow! Nie hätte ich sowas dort erwartet. Speziell der Spider Rock ist ein Hingucker.

 

Bei den Aztec Ruins legten wir einen Stop ein, allerdings mehr, weil es auf dem Weg lag. Es sind alte Bauruinen und die Grösse ist sehr übersichtlich. Sie heissen Aztec Ruins, obwohl die Azteken nie dort gelebt haben. Wie auch immer diese Namensgebung zustande kam.

 

Über Durango, was ein sehr nettes Bergdörfchen ist, führte unsere Route weiter zum Mesa Verde Nationalpark in Colorado. In diesem Nationalpark findet man uralte Felshaussiedlungen von den Pueblo Leuten. Sie haben ihre Häuser in Canyon Höhlen zwischen 1190 und 1280 gebaut und es war unglaublich, wenn man sich vorstellt, dass sie dort gelebt hatten. Die Häuser sind richtig in den Felswandnischen drin und dies auf einer ziemlichen Höhe. Gewisse Bereiche waren für die Einwohner nur über eine Leiter zu erreichen. Was für ein einfaches Leben sie wohl gehabt haben. Der Cliff Palace ist die grösste und bedeutendste Pueblo-Siedlung Nordamerikas. Es gibt auch Führungen direkt zu den Häusern, allerdings erst wieder ab Mai 2018.

 

Weiter ging es in den Bundesstaat Utah, wo wir den Canyonlands Nationalpark im Visier hatten. Ein unglaublich grosses Gebiet, welches sich über 1’366km2 erstreckt. Der Colorado und Green River durchfliessen diese Schluchten. Wer einen 4 WD hat, wird dort viel Spass haben, denn es gibt viele Strecken für Offroader.
Was wir empfehlen können, ist der 10km Trail zum Chesler Park. Dieser ist im Teil „The Needles“ (Südeingang). Man kann viele unterschiedliche Steinformationen und -farben bestaunen. Eine einmalige Kulisse zum Wandern. Die Nacht verbrachten wir jeweils ausserhalb des Nationalparks. Eine Nacht in einer breiten Schlucht mit Sicht auf die Felswände und eine Nacht in der Nähe des Needles Overlook. Vor allem der zweite Spot war atemberaubend. Wir parkten unseren Van oberhalb der Klippe und hatten eine fantastische Sicht über die Canyonlandschaft. Nachts waren hunderte von Sternen zu sehen und wir haben dafür rein gar nichts bezahlt :).

Wenn man schon in der Gegend ist, sollte man auch den nördlichen Teil „Island in the Sky“ anschauen. Auch dort gibt es viele Offroadstrecken, aber auch viele einmalige Aussichtspunkte. Nie hätte ich sowas erwartet, denn der Nationalpark war mir zuvor kein Begriff.

 

Wir waren unschlüssig, ob wir nochmals in den Arches Nationalpark sollten. Der Canyonlands Nationalpark liegt quasi nebenan und es wäre kein Umweg beim Arches nochmals vorbeizuschauen. Im letzten Sommer besuchten wir den Arches bereits mit dem Sohn von Eik und es war etwa 30 Grad heiss. Die Berge im Hintergrund mit den weissen Kuppen reizten uns allerdings dann doch, nochmal zum Delicate Arch zu wandern und Fotos zu schiessen. Im Sommer waren die Berge im Hintergrund nur mit wenig Schnee bedeckt.

 

Nach vielen Nächten in der wunderbaren Natur, gönnten wir uns für 2 Nächte ein Motelzimmer in Grand Junction. Das kommt wirklich selten vor und umso mehr genossen wir unser eigenes Bad, die warme Dusche und einfach viel Platz zu haben. Ja, ein einfaches Motelzimmer ist für uns purer Luxus geworden.

Unser Plan war, zwei Tage in Torrey und Umgebung auf knapp 2’100m in Utah zu verbringen. In der Nähe des Capitol Reef Nationalparks. Allerdings war es so ungemütlich. Gerade mal 2 Grad tagsüber und nachts waren bis zu minus 7 Grad angesagt. Der eisige Wind war das schlimmste, denn es fühlte sich noch kälter an. Wir hatten in den vergangenen Nächten schon eher kalte Nächte, aber minus 7 Grad war eine andere Ansage. Phhuuuu, wir wollten einfach nur wieder weg. Somit fuhren wir den 8 Meilen Scenic Drive im Capitol Reef Nationalpark und wanderten zur Hickman Bridge. Eine Naturbrücke, welche aus Stein geformt wurde.

 

Die Nacht verbrachten wir beim Glen Canyon, von wo wir am nächsten Tag zum Halls Crossing fuhren. Halls Crossing liegt am Lake Powell und wer den See kennt, der weiss, wie wunderschön er ist. In meinen Augen, einer der schönsten Seen in Amerika. Das blau des Sees und die orangeleuchtenden Felsen rundherum, bildet ein prächtiges Farbspiel. Man könnte von dort auch mit einer Fähre nach Bullfrog übersetzen.

 

Next stop: Natural Bridges National Monument. Mit dem Auto kann man einen Loop (14,5km) fahren und dabei 3 schöne Steinbrücken begutachten. Wer Lust und Laune hat, kann auch noch die kurzen Trails laufen.

 

Seit ein paar Tagen waren wir nun in der Gegend angelangt, wo die Natur unglaublich viel zu bieten hat. Die Ballung an Nationalparks ist Wahnsinn und vermutlich sind die meisten Touristen Amerikas in dieser Gegend unterwegs. Zurecht 🙂

Mit dem Valley of the Gods forderten wir „Rusty“ etwas heraus. Die Strasse ist unasphaltiert und geht hoch und runter. Eine Stelle gibt es, wo wir ein trockenes Flussbeet durchqueren mussten und wir waren froh, dass der Van nicht tiefergelegt ist. Man fährt durch ein Tal von verschiedenen Felsformationen und erinnert etwas ans Monument Valley. Hier zahlt man allerdings keinen Eintritt und man könnte sogar gratis campen. Für uns war es zu staubig, weshalb wir nicht dort übernachteten.

 

Bis zum Monument Valley fährt man noch ca. 50 Minuten. Da wir dieses bereits letztes Jahr besichtigt hatten, liessen wir es dieses Mal aus und steuerten das Navajo National Monument an. Es war inzwischen späterer Nachmittag, weshalb wir direkt zum Campingplatz gingen. Es gibt zwei gratis Campingplätze und wir entschieden uns für den Canyon View, was dem Namen alle Ehre machte. Unglaublich, dass man an solchen Orten kostenlos übernachten kann. Am nächsten Morgen liefen wir zum Betatakin Overlook (2km roundtrip), von wo aus man die Ruinen der alten Wohnhäuser (ähnlich wie in Mesa Verde) sehen kann.

 

Nun mussten wir uns entscheiden, ob wir nach Norden in Richtung Page oder nach Süden in Richtung Flagstaff weiterziehen sollen. Die Wahl fiel auf Flagstaff, welche wir vom Wetter her kurze Zeit später bereuten. Eine dicke Wolkendecke und sehr starker Wind begleitete uns auf dem Weg. Eigentlich wollten wir zum Sunset Crater Volcano National Monument. Als wir auf der Höhe des Vulkanes waren, wurde uns klar, dass sich das absolut nicht lohnt, dort nun anzuhalten. Wir hätten da draussen keinen Spass gehabt. Deshalb fuhren wir weiter zum Meteor Crater Natural Landmark, wo vor etwa 50’000 Jahren ein Meteorit eingeschlagen ist. Es war einfach nicht unser Tag… Wir gingen davon aus, dass diese Sehenswürdigkeit in unserem Nationalpark-Jahrespass inbegriffen ist. Allerdings sagten sie uns, dass dies nicht der Fall sei und wir USD 18.-/P. Eintritt zahlen müssen. Nun gut, das reute uns schlussendlich, so dass wir den Krater nicht besichtigten.
Auf dem nahegelegenen Campingplatz verkrochen wir uns im Van und aussen fegte der Wind mit aller Kraft vorbei. Wir fühlten uns wieder mal wie in Patagonien.

In Sedona meinte es das Wetter endlich wieder gut mit uns. Es war um einiges wärmer und windstiller. Endlich! Der Ort ist übersichtlich, sehr touristisch und von wunderschönen roten Steinformationen umgeben. Man findet viele Läden und Restaurants.

 

Südlich von Sedona kann man das Montezuma Castle National Monument anschauen. In der Felswand sind die Ruinen von früheren Häusern zu sehen. Ähnlich wie im Mesa Verde Nationalpark, aber nicht so eindrücklich. Auch das Tonto National Monument ist in dieser Art zu besichtigen. Wir fanden dies inzwischen alles sehr ähnlich und somit reicht es völlig, wenn man im Mesa Verde war, denn dies ist der lohnenswerteste Park.

 

In der Nähe von Tucson liegt der Saguaro Nationalpark. Wir hatten blauen Himmel und 38 Grad. Einfach nur herrlich! Im Nationalpark hat es nebst einer wunderschönen Landschaft unzählige verschiedene teils riesige Kakteen. Zwei Nächte verbrachten wir dort und genossen die atemberaubenden Sonnenuntergänge.

 

Am Salton Sea fanden wir einen einfachen Campingplatz mit Blick auf den See. Es wäre fast perfekt gewesen, allerdings waren hunderte von Fliegen am rumschwirren. Dies nervt vor allem beim Essen. Sie waren abends und auch morgens sehr zutraulich, weshalb wir am nächsten Morgen möglichst schnell weg wollten.

Den Joshua Tree Nationalpark kannte ich vom Namen her schon seit langem, aber wir waren noch nie dort. Der Joshua Tree ist eine Palmlilie, welche sehr schön aussieht. Wir müssen aber zugeben, dass uns der Park nicht aus den Socken gehauen hat. Es gibt um einiges schönere Nationalparks und wie wir später feststellten, gibt es die Joshua Trees auch an anderen Orten.

 

Entlang des Colorado Rivers ging es weiter zum Havasu Lake. Es ist eine unglaublich schöne Gegend. „Rusty“ mochte die Hitze allerdings nicht. Bei 39 Grad ein paar Hügel zu fahren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Er verlor Getriebeöl, weshalb wir auf einer Rest Area übernachteten. Eigentlich wollten wir nochmal zum Colorado River und dort reinhüpfen, aber vermutlich hätten wir es nicht bis dorthin geschafft. Da ich am nächsten Tag in Las Vegas um 17.00 Uhr einen Termin hatte, wollten wir es nicht riskieren. Des Weiteren besuchte uns mein jüngerer Bruder und diesen wollten wir natürlich abends am Flughafen begrüssen 🙂

Nach wie vor sind wir vom Reiseland Amerika begeistert. Es ist so einfach und günstig hier zu reisen, wenn man ein eigenes Auto hat und sich selbst versorgt. Solange „Rusty“ durchhält, solange werden wir Spass haben 😉 Wir hoffen, er lässt uns bis Ende Juli nicht im Stich, denn wir wollen bis nach Alaska mit ihm.

Im April 2018 haben wir es gemütlich genommen, weshalb dieser Blog nicht allzu lange ausfällt.

Inzwischen ist der 28. April 2018 und wir sind in 3 Tagen bereits 1 1/2 Jahre auf Reisen. Bevor wir loszogen, dachten wir, dass wir etwa 1 1/2 Jahre unterwegs sein werden. Klar es war von Anfang an als open end geplant. Nun ja, die Zeit wäre somit um, was für uns viel zu früh ist. Wir haben die Freiheit kennen und lieben gelernt. Täglich ohne Wecker aufzustehen, das zu tun, worauf man Lust hat und dorthin zu gehen, wo es einem hinzieht. Deshalb haben wir entschieden, dass wir noch ein Jahr länger die Welt entdecken wollen.

Highlights: Canyon de Chelly National Monument, Mesa Verde Nationalpark, Canyonlands Nationalpark, Valley of the Gods, Saguaro Nationalpark, viele coole gratis Campingspots

Lowlights: Aztec Ruins, vielfach starker kühler Wind

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