Am Samstag, 24. November 2018 passierten wir die Grenze zu Namibia. Ein neues Land auf unserer Weltreise 🙂

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Community Campground im Caprivi Streifen. Mit gerade mal CHF 11.-/Nacht war er sehr günstig und zu wissen, dass wir die Community damit unterstützen, war ein gutes Gefühl.

Am nächsten Tag wollten wir in den Mudumu Nationalpark, weil wir gelesen haben, sie hätten dort drei gratis Campingplätze und der Park soll noch schön sein. Leider war der Park genau an diesem Tag (Sonntag) geschlossen. Sie konnten oder wollten es uns nicht sagen, weshalb aber wir sollen einfach wieder zurückkommen am nächsten Tag. Wir sind nicht sicher, ob der Park am Sonntag generell geschlossen ist. Aus zeitlichen Gründen war dies nicht möglich, weshalb wir nicht sagen können, ob der Park sich überhaupt gelohnt hätte.

Dem Caprivi Streifen entlang zu fahren ist wunderschön und erinnerte uns sehr an Botswana. Vielleicht gefiel es uns auch deshalb so gut dort 😉 Widererwarten haben wir sogar an der Strasse immer mal wieder Tiere gesehen. Auf Empfehlung von anderen Reisenden steuerten wir den Nambwa Campground im Bwabwata Nationalpark an. Zu unserem Glück hatten sie auch noch ein paar Campingspots frei, wo wir eine Nacht blieben. Wir drehten ein paar Runden durch den Park und trafen auf Affen, Springböcke, Elefanten etc. Vor allem am späten Nachmittag lohnt es sich, die Zeit auf der Aussichtsplattform beim Horseshoe zu verbringen. Dann kommen nämlich die Elefantenherden zum Fluss, um zu trinken und sich nass zu spritzen. Auffällig war, dass sie sehr sehr schreckhaft sind. Wenn sich nur schon in der Ferne ein Auto nähert, rennen sie davon. Des Weiteren hatten sie auch mehr Jungtiere als Ausgewachsene in der Herde. Ein Pärchen meinte, dass sei, weil Wilderer aktiv seien. Schon sehr traurig, dass es Menschen gibt, die unnötigerweise solche Tiere töten, nur um ans Elfenbein zu kommen :( Als wir den Campingplatz am nächsten Morgen verliessen, kroch eine mega lange Schlange über die Strasse. Sie war fast so lang, wie die Strasse breit war.


Im Reiseführer haben wir von den Popa Falls in Divindu gelesen und dachten: Cool, mal wieder ein Wasserfall. Man zahlt N$ 25.-/P. (CHF 1.75) Eintritt, bevor man sich auf den kurzen Spaziergang machen darf. Zu der Zeit, wo wir dort waren, floss leider kaum Wasser durch den Fluss, weshalb die Wasserfälle eigentlich kaum existierten. Somit ein Reinfall, aber sowas kann man vorher nicht wissen.

Am Okavango Fluss stiessen wir Dank dem iOverlander App auf den Ngepi Campground. Eine Mischung zwischen Hostel und Campingplatz, mit lustigen Buschtoiletten und -duschen. Seit Tagen hatten wir in der Barlounge sogar wieder mal richtig gutes Wifi. Wer Lust hat, kann im Käfig im Fluss schwimmen gehen. Geschützt vor Nilpferden und Krokodilen kann man ein paar wenige Meter im sehr trüben Fluss schwimmen. Natürlich hüpfte Eik rein, während ich es lieber bleiben liess.


Wenn es die Möglichkeit gibt, Tiere beobachten zu können, so ergreifen wir diese. So hiess unser nächster Stop: Mahango Game Park. Der Game Park ist der östliche Teil des Bwabwata Nationalparks und hat ein echt cooles Wasserloch, wo viele Elefanten, Antilopen, Strausse und Zebras zu sehen waren. Wir Verweilten einen Moment und genossen die Beobachtung. Auch entlang des Flusses trifft man immer wieder auf Tiere. Ein kleiner aber feiner Park.


Inzwischen waren wir in Rundu, eine Stadt mit knapp 62’000 Einwohnern. Generell versuchen wir Grossstädte in Afrika zu meiden, weshalb wir etwas ausserhalb wieder am Okavango Fluss übernachteten. Auf der anderen Flussseite liegt Angola. Ein älteres südafrikanisches Pärchen führte den Campingplatz und sie sagten uns, dass wir auf keinen Fall im Dunkeln ausserhalb des Zeltplatzes rumlaufen sollen. Es könne sonst sein, dass andere auf uns schiessen… Ein herrliches Gefühl, weshalb wir uns immer schön innerhalb des Grundstückes aufhielten. Mitten in der Nacht fielen zwei Schüsse in unmittelbarer Nähe. Aufgrund der Dunkelheit war nicht auszumachen wer oder wo es genau war. Als wir am nächsten Morgen den Besitzer fragten, meinte er beiläufig, dass er das gewesen sei. Es sei eine Kuh auf sein Gelände gekommen und habe den Alarm ausgelöst. Er bestätigte uns, dass es echte Munition war. Nur weg hier…

Auf dem Weg lag der Mangetti Nationalpark, wo wir auf Tierbegegnungen hofften. Es blieb allerdings bei der Hoffnung, denn wir sahen kaum Tiere und wenn, dann sind sie schon weggerannt bevor wir sie überhaupt richtig erblicken konnten. Es gibt viele Wasserlöcher im Park, aber auch dort hielten sie sozusagen keine Tiere auf. Aus unserer Sicht lohnt sich der Nationalpark somit nicht.

Nachdem wir die Vorräte für die kommenden Tage aufgestockt hatten, waren wir bereit für den Etosha Nationalpark. Der wohl bekannteste in Namibia. Vor dem Eingangsgate Namutoni nächtigten wir auf dem Onguma Tamboti Campground. Definitiv der luxuriöseste Campingplatz, den wir bis anhin hatten. Wir hatten unser eigenes Häuschen mit Dusche, WC und einem Abwaschbecken. Auch eine gemütliche Lounge bei einem künstlich angelegten Wasserloch war vorhanden. Nur kam kein Tier zum Wasser, was aber nicht so wild war, denn wir erwarteten in den folgenden Tagen wieder viele Tiere. Mit N$ 510.-/Nacht (CHF 35.-) war der Campingplatz eher teuer, aber dennoch günstiger als die im Etosha mit N$ 600.- (CHF 41.-) plus Park Fee N$ 90.- (CHF 6.-) und um einiges luxuriöser.

Etosha, wir kommen! Wir waren gespannt, ob es ähnlich wie der Krüger sein würde. Am ersten Tag viele Zebras, Impalas, Springböcke, Giraffen, Elefanten und auch zwei Rhinos gesehen. Abends parkierten wir an einem Wasserloch, wo wir schon von Weitem eine grosse Elefantenherde heranstapfen sahen. Die letzten paar Meter laufen sie immer schneller, so als würden sie sich unglaublich auf das Wasser freuen. Elefanten zu beobachten, ist für uns immer wieder ein Erlebnis. Es ist so spannend zu zuschauen, wie sie untereinander interagieren und meist stehen sie nicht einfach an einem Fleck. Sie sind am Trinken, Baden, Rumtollen und sich besprühen, dass es einfach nicht langweilig wird. Später kam noch eine Giraffe, Zebras, Springböcke und sogar eine Hyäne. Wir waren gespannt, wie sich die Tiere verhalten, wenn eine Hyäne auftaucht, welche zuerst im Wasserloch ein Bad nahm und trank. Die Tiere rundherum blieben alle sehr ruhig. Keines machte ein Anzeichen, die Flucht ergreifen zu müssen. Gerne wären wir noch länger dort geblieben, aber da das Gate um 19.15 Uhr schliesst, mussten wir zum Campingplatz zurück.

Die erste Nacht hatten wir im Namutoni Camp gebucht. Abends konnten wir rundherum die Gewitterfronten beobachten, aber wir blieben zum Glück soweit verschont. Erst etwa 1h nachdem wir schlafen gingen, traf uns auch eine Gewitterzelle. Es regnete etwas und Eik meinte: „es regnet rein“. 30 Sekunden später fühlte es sich so an als hätte nun gerade jemand einen riesen Eimer Wasser ins Zelt gekippt. Der Kopfteil des Zeltes war komplett nass, denn wir hatten keine Chance, das Zelt so schnell zu schliessen. Ein Metallstab des Vordaches flog davon. Kaum wieder etwas eingeschlummert, preschte der Wind mit aller Wucht von einer anderen Seite ans Zelt. Und schon wieder flog ein Metallstab davon. Es fühlte sich an, als würden wir demnächst mit dem ganzen Zelt vom Dach fliegen. Es wär dann nicht der fliegende Teppich, sondern das fliegende Zelt gewesen 😉 Glücklicherweise hielt es und mehr Wasser drang auch nicht ein. Nach einer etwas durchzächten Nacht starteten wir am Morgen unseren Game Drive und trafen recht schnell auf Löwen. Sie standen sehr weit weg, so das man sie gerade so sehen konnte meinem Superzoom und Feldstecher. Das Löwenmännchen verzehrte genüsslich eine Antilope, welches mit grosser Wahrscheinlichkeit das Weibchen zuvor erlegt hatte. Die Männchen sind nämlich meist nicht die, die jagen, sondern die, die essen. Während das Weibchen auf der Jagd ist, ruht er sich aus. Was für ein hartes Leben 😉

Generell sahen wir nicht mega viele unterschiedliche Tiere, was etwas schade war. Wir gingen davon aus, dass an den Wasserlöchern mehr los wäre, aber da sahen wir meist nicht viel oder gar nichts.
Die Landschaft in der riesigen Salzpfanne ist wunderschön und beim Etosha Pan Lookout kann man ziemlich weit auf den Salzsee fahren und dort aussteigen. Unendliche Weite. Was für eine Kulisse!
Die Temperaturen stiegen bis auf 40 Grad und wir waren sehr dankbar um die Klimaanlage im Auto.


Die zweite Nacht verbrachten wir auf dem Halili Campground, wo es in unmittelbarer Nähe ein Wasserloch gibt, wo man zu Fuss hinkommt und es etwas erhöht Sitzplätze gibt. Kurz vor Sonnenuntergang setzten wir uns mit Bier und Chips ans Wasserloch und warteten gespannt, welche Tiere Durst haben werden. Es dauerte nicht lange als bereits ein Rhinozeros mit einem Jungtier zur Wasserstelle kam. Ein drittes gesellte sich später dazu, sowie auch ein Elefant und Hyänen.
Da die Tiere ja vor allem am Morgen früh und abends aktiv sind, standen wir am nächsten Morgen um 5.20 Uhr auf und setzten uns wieder ans Wasserloch. Sehr viel war jedoch nicht los. Kudus, ein paar Springböcke und Zebras.

Nachdem Frühstück ging es weiter in Richtung Okukuejo Campingplatz. Beim Wasserloch Salvadora stockte uns der Atem, denn es hatte so unglaublich viele Tiere. Vor allem Zebras, Gnus, Springböcke und Impalas. Es waren nicht nur ein paar, sondern es waren Hunderte. Wow! Im Hintergrund liegt die grosse Salzpfanne, was eine perfekte Kulisse ergab. Das wir bis anhin der schönste Teil im Etosha.
Kurze Zeit später trafen wir auf eine Löwin mit einem Jungen. Sie lagen unter einem Baum sehr nahe an der Strasse und liessen sich von den vielen Autos nicht stören. Die Löwenmutter entschied sich, unter den benachbarten Baum zu liegen und lief in unserer Richtung. Nun lag sie noch näher. Das Löwenjunge traute sich nicht mit und blieb beim anderen Baum. Wir hatten das Gefühl, dass es ganz traurig guckt, weil Mami nun soweit weg liegt. Das Kleine startete einen Versuch zum anderen Baum zu laufen, wendete aber nach ein paar Schritten wieder. Etwa 10 Minuten später lief die Löwin zum Jungen zurück und das Kleine machte einen Luftsprung, als Mami wieder bei ihm war. So süss!
Wir fuhren noch etwas weiter zu anderen Wasserlöchern und trafen auf zwei Löwenmännchen, die faul im Schatten lagen. Generell trafen wir in diesem Teil des Parks auf sehr viele Tiere und vor allem auch grosse Herden von Antilopen. Somit gefiel uns der Park schon um einiges besser 🙂

Beim Campingplatz Okukuejo gab es ein grosses künstlich angelegtes Wasserloch, wo es in der Nähe viele Sitzmöglichkeiten gibt. Nachdem wir unser Dachzelt aufgebaut hatten, begaben wir uns zur Wasserstelle. Anfangs waren vier Giraffen und zwei Rhinos dort. Ich war knapp 5 Minuten weg und nun waren bereits zehn Giraffen und Schakale am Trinken. In der Ferne sahen wir wieder mehrere Gewitter und wir hofften, dass sich diese nicht so schnell näherten. Da das Wasserloch abends beleuchtet wird, kann man problemlos auch im Dunkeln die Tiere beobachten. Ein Löwenrudel lag unweit entfernt und das Männchen kam kurz darauf zum Wasser. Es war inzwischen nach 22 Uhr und leider setzte nun auch der Regen ein, weshalb wir uns ins Zelt verkrochen.

Uns gefiel es auf diesem Campingplatz wegen dem Wasserloch so gut, dass wir spontan um eine Nacht verlängerten. Fast den ganzen Tag sassen wir dort und es waren permanent Tiere zu beobachten. Sogar Elefanten schauten diesmal vorbei. Da es auch an dem Tag um die 40 Grad hatte, sassen wir immer im Schatten. Es gibt eine kleine offene überdachte Hütte mit Sitzmöglichkeiten. Wir fühlten uns wie auf einer Theaterbühne mit Überraschungseffekt, wer als nächstes auftauchen würde. Einen Pausentag einzulegen tat uns gut und wir hatten Zeit, die unzähligen Fotos und Filme auszusortieren und zu löschen. Am Nachmittag wurde es stürmisch und Regen setzte ein. Zum Glück aber nicht sehr stark und nur kurz. Nach Einbruch der Dunkelheit kam eine zwanzigköpfige Elefantenherde und ein Rhino zum Wasserloch. Mit der Stirnlampe leuchtete ich den Weg zum WC als ich plötzlich vor mir einen schwarzen Skorpion mit aufgestelltem Schwanz sah. Wie gefährlich dieser war, weiss ich nicht, aber ein Stich schmerzt glaube ich sehr.


Es war nun an der Zeit, den Etosha Nationalpark zu verlassen und in Richtung Windhoek weiterzuziehen. Der Nationalpark hat uns nicht schlecht gefallen. Vor allem die letzten zwei Tage waren super schön. Im Vergleich zum Krüger oder auch zu den botswanischen Nationalparks kann er unserer Meinung nach nicht mithalten.

Von 1884 bis 1915 war Namibia eine deutsche Kolonie, was man in Windhoek anhand der Strassennamen gut erkennen kann. Namen wie Bergstrasse, Bahnhofstrasse und viele andere gehören dazu, aber ansonsten spürt man nicht mehr viel Deutsches. Wir machten einen kurzen Rundgang zu Fuss und zogen relativ schnell weiter. Die Stadt hat uns nicht sonderlich gefallen. Im Büro des MET (Ministry of Environment and Tourism) holten wir die Bewilligung für den Namib-Naukluft Nationalpark. Möchte man in den nördlichen Teil dieses Parks, muss man die Permit in Windhoek kaufen. Man kann auch gleich den Preis für die Übernachtung zahlen und im Nationalpark in einem der Campingplätzen übernachten.


Wir stockten unsere Essensvorräte wieder für ein paar Tage auf, tankten den Camper voll und los ging es in Richtung Namib-Naukluft Nationalpark. Die Strassen führten über Berge und waren nicht mehr asphaltiert. Um ein paar Fotos zu machen, hielten wir an. Ich hörte ein plätschern. Was konnte das sein? Ein Blick unters Auto verhiess nichts gutes. Unterhalb des Ersatzrades lief Benzin aus… Ach du Sch…! Ich rief Eik herbei und wir schauten uns fragend an. Was nun? Windhoek lag inzwischen 200km entfernt und wir wussten nicht, ob wir es mit der Tankfüllung noch bis dorthin schaffen würden, wenn dies so rausläuft. Zudem war es schon 17.00 Uhr und bis wir in der Stadt wären, hätten die Autovermietung sowieso schon zu. Eine Tankstelle war auch nicht in Sicht. Wir standen im nirgendwo auf einem Berg und waren ratlos… Wir öffneten den Tankdeckel und liessen den Überdruck raus. Dies bewirkte, dass das Benzin nicht mehr rauslief. Immerhin… Schlussendlich entschieden wir uns, weiterzufahren und zu hoffen, dass wir es am nächsten Tag bis zu einer Tankstelle schaffen würden. Übernachtet hatten wir ein einem ausgetrockneten Flussbeet. Als wir am Morgen weiterfuhren, konnten wir der Tanknadel zuschauen, wie sie sich senkte. Das gab uns nicht gerade ein gutes Gefühl. Nun standen wir an einem Abzweiger, wo wir eigentlich nach rechts hätten abbiegen müssen, um in den nördlichen Teil des Namib-Naukluft Nationalparks zu kommen. Jedoch sahen wir auf der Karte nur ein paar wenige Tankstellen und wir wussten schlichtweg nicht, ob wir nicht schon vorher einen leeren Tank haben würden. Deshalb entschieden wir uns für die andere Richtung, wo wir in Solitaire die nächste Tankstelle fanden. Es gab dort auch einen Mechaniker und wir hofften, dass dieser uns helfen könne. Genau an dem Tag war aber kein Mechaniker vor Ort. Er käme erst am nächsten Tag im Verlaufe des Nachmittags zurück.
Inzwischen wussten wir, dass wir mit dem zweiten Tank ein Problem haben. Es ist uns schon mehrmals aufgefallen, dass sich der Tank schneller entleert als noch vor ein paar Wochen. Ein Loch konnten wir nicht haben, denn sonst wäre permanent Benzin rausgelaufen. Öffnen wir den Tankdeckel, läuft nichts mehr raus. Deshalb entschieden wir uns, nur noch den einen Tank zu befüllen und den Tankdeckel nicht ganz zu zudrehen. Dies hiess aber auch, dass wir nicht mehr soweite Strecken ohne Tankstellen zurücklegen konnten, weshalb wir uns gegen den nördlichen Teil des Nationalparks entschieden und in den Süden weiterfuhren, da dort höheres Tankstellennetz vorhanden ist. Sehr schade, aber vermutlich war es der richtige Entscheid.

Unterwegs sahen wir das erste Mal Bergzebras. Sie sind etwas anders gestreift und haben eine andere Maulform.


Beim Eingangsgate des Namib-Naukluft/Sossusvlei Nationalparks erfuhren wir, dass unser Permit, welches wir in Windhoek geholt haben, nur für den nördlichen Teil Parks gilt und der Campingplatz nicht in dem Preis enthalten ist. Wir zahlten in Windhoek N$ 170.- für das Permit und campen für eine Nacht. Für den Teil „Sossusvlei“ kostet nur schon das Permit N$ 170.- (CHF 12.-). Nachdem ich meinen Charme habe spielen lassen, erliess der Beamte uns ein zweites Permit, so dass wir nur noch den Campground „Sesriem“ zahlen mussten 🙂 Sie hatten gerade Strom- und Wasserausfall, weshalb sie uns 50% Rabatt auf den Campingplatz gaben. Mit N$ 350.- anstatt 700.- (CHF 24.- anstatt 48.-), war er dennoch nicht günstig. Übernachtet man auf dem Platz, kann man bereits um 5.00 Uhr in den Park und muss bis 20.15 Uhr raus (im Dezember). Schläft man ausserhalb kommt man eine Stunde später rein und muss eine Stunde früher raus, was ein Nachteil für Sonnenauf-/untergang ist.

Noch am selben Tag fuhren wir bis zum Endpunkt des Nationalparks auch Sossusvlei genannt. Der Grossteil der Strecke war asphaltiert, nur am Schluss mussten wir für die letzten Kilometer den Reifendruck reduzieren, denn es wurde sandig. Es ist eine mega eindrückliche Kulissen mit diesen roten meterhohen Dünen. Es ist die älteste Wüste der Welt mit den höchsten Sanddünen. Definitiv die schönste Wüste, die wir je gesehen haben. Die Dünen sahen aus wie gemalt und mit der Abend- und Morgensonne kam die orangene Farbe besonders zum Leuchten. Am nächsten Morgen klingelte um 4.30 Uhr der Wecker, denn wir wollten den Sonnenaufgang geniessen. Eik erklomm eine hohe Düne (Dune 45), um den Aufgang sehen zu können. Ich blieb unten und fotografierte es von dort. Leider war es bewölkt, so dass es nicht so ein schön zur Geltung kam. Wir frühstückten beim Endpunkt, wo es ein Picknick Area gibt, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Südafrika machten.


Auf einem gemütlichen Campingplatz in Mariental verbrachten wir die letzte Nacht in Namibia. Wir nutzten das gute Wifi und riefen bei Britz an, um ihnen das Problem mit dem Tank zu schildern. Es war scheinbar ein bekanntes Problem und was es verstärkte, waren die hohen Temperaturen, die ja teils bis zu 40 Grad stiegen. Geändert an der Situation hatte sich aber nichts. Nach wie vor befüllten wir nur den einen Tank und öffneten den Deckel etwas, um den Druck zu reduzieren. Wir wussten, dass wir in den kommenden Tagen immer wieder an Tankstellen vorbeikämen, weshalb es kein grosses Problem war. Zum Glück hatten wir das Problem in Botswana noch nicht. Da wären wir nicht weit gekommen, da man ja im Tiefsand mehr Benzin verbraucht und es viel weniger Tankstellen hatte.


Weil wir den nördlichen Teil des Namib-Naukluft Nationalparks ausgelassen hatten, waren wir ein bis zwei Tage früher gemäss unserer Routeplanung unterwegs. Wir gingen davon aus, dass wir die letzte Nacht in Namibia kurz vor der Grenze verbringen würden. Da wir jedoch schneller unterwegs waren und wir wussten, dass die Border Post (Grenze) in Mata-Mata um 16.30 Uhr schliesst, gaben wir Vollgas, um es doch noch vor der Schliessung nach Südafrika zu schaffen. Um 16.25 Uhr parkierten wir unser Auto bei der Border Post und gingen rein, um unseren Ausreisestempel für Namibia am 7. Dezember 2018 nach 14 Reisetagen zu bekommen. Um 16.30 Uhr fuhren wir durchs Gate und waren in Südafrika 🙂 Ohne Campingplatzreservation lassen sie einem nicht einreisen. Als sie uns an der Grenze gefragt haben, ob wir eine Reservation haben, sagten wir ja. Wir verschwiegen, dass es nicht für den Tag, sondern für den kommenden war. Da sie die Bestätigung nicht sehen wollten, versuchten wir unser Glück. Wir hofften nun einfach, dass sie auf dem Campingplatz in Mata-Mata, welcher zum Kgalagadi Transfrontier Park gehört, noch ein Platz frei ist. Und yes, wir bekamen einen Spot.

Im Gegensatz zu Botswana sahen wir vor allem im Caprivi Streifen viele Leute mit den Wasserkanistern auf dem Kopf den Strassen entlang laufen, um Wasser zu holen. Vermutlich sind sie dafür kilometerweit gelaufen. Wenn wir uns überlegen, dass wir in unseren Heimatländern einfach den Wasserhahn aufdrehen können und Trinkwasser rausfliesst. Selbst zum Duschen, zum Abwaschen für die Geschirr- und Abwaschmaschine verwenden wir Trinkwasser. Für uns ist es so selbstverständlich und viel Wasser verschwenden wir unnötigerweise.

Auch in Namibia leben sie teilweise in sehr einfachen Hütten. Natürlich sieht man hier vermehrt bessere Häuser, denn das Land ist weiterentwickelt als Botswana.
Während in unseren Heimatländern die meisten Spielsachen aus Plastik sind, sieht man in Namibia Spielzeuge aus Draht. Mehrmals haben wir ein Auto aus Draht mit Rädern aus Büchsen gesehen, mit denen sie gespielt haben. Wieso auch nicht?

Generell sprechen sozusagen alle Englisch, weshalb es sehr einfach ist, in Namibia rumzureisen.
Unsere Malariaprophylaxe haben wir vorzeitig abgesetzt, denn es stach uns keine Mücke mehr und wir wollten auf die Chemiekäule verzichten. Immerhin hatten wir während der ganzen Zeit keine grossen Nebenwirkungen von den Medikamenten.

Wer wissen möchte, welche Campingplätze und Nationalparks uns auf der Route wie gefallen haben, kann sich dies hier durchlesen. Auch die Preise zu den Campgrounds sind darin enthalten.

Highlights: Caprivi Streifen, im Etosha das Wasserloch beim Okaukuejo Camp, Sanddünen „Sossusvlei“ im Namib-Naukluft Nationalpark

Lowlights: teils Malariagebiet

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