Von Phuket ist es nur ein Katzensprung nach Siem Reap, sofern man die Strecke per Flugzeug zurücklegt. Am Flughafen wartete dann auch schon unser Fahrer mit dem Schildli auf uns. Der Transport war im Hotelpreis inbegriffen. Der Fahrer deutete uns, dass wir warten sollen und er sein „Fahrzeug“ hole. Als ein Tuk Tuk angefahren kam, waren wir im ersten Moment nicht sicher, ob es derselbe Herr war. Sein strahlendes Lächeln bestätigte uns, dass er es war und so brausten wir vollbeladen zum Guesthouse. Wir hatten ein riesiges Zimmer. Ja eher eine Wohnung: sehr grosses Wohnzimmer, Schlafzimmer mit WC/Dusche und ein Balkon. Sonst trifft man in Asien eher Kammern an als grosse Zimmer. Dazu gab es noch gratis Fahrräder, mit denen wir dann auch häufig unterwegs waren.

Warum geht man nach Kambodscha? Eigentlich fast nur wegen Angkor Wat. Dies war auch unser Grund, dieses Land zu besuchen und es hat sich definitiv gelohnt. Aus unseren geplanten 5 Nächten wurden es dann 8 in Siem Reap und dies war genau richtig so. Zweimal gingen wir zum Sonnenaufgang nach Angkor Wat und wir dachten tatsächlich, dass nicht so viele die Idee haben. Na ja, es war überlaufen. Teilweise standen die Leute in Reihen, wie an einem Konzert. Das hätten wir uns doch etwas idyllischer vorgestellt. Allerdings gehört es einfach dazu, dass man dies mal erlebt.
Wer denkt, in Siem Reap gibt es nur Angkor Wat, liegt falsch. Das Gelände erstreckt sich sehr weit mit den vielen unterschiedlichen Tempeln. Es lohnt sich auf jeden Fall auch Angkor Thom und Ta Prohm anzuschauen. Wer nicht mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, kann sich zwischen den unendlich vielen Tuk Tuk-Fahrern entscheiden.
Rund im und um die Tempel sorgen auch Affen für Unterhaltung. Sie sind nicht so aggressiv wie andere, die wir schon erlebt haben (Bsp. Koh Lanta), aber sie bekommen dort wohl genug zu Essen von den Touristen und müssen nicht danach suchen.
In Siem Reap haben wir an drei Abenden meine Kollegin mit ihrem Vater getroffen und die Gesellschaft der beiden sehr genossen.

Wir fuhren mit dem Nachtbus weiter nach Phnom Penh. Wie schon mal in Vietnam sind wir mitten in der Nacht bzw. um 4.00 Uhr morgens angekommen. Planmässig war 5.30 Uhr angesagt. Es hatte an der Bushaltestelle einen kleinen Shop, der 24h offen hatte und so unterhielten wir uns dort in der Kaffeeecke bis in die Morgenstunden mit einer Touristin aus UK. Kurz vor 6.00 Uhr nahmen wir uns ein Tuk Tuk und sind zu unserem Hotel gefahren. So konnten wir immerhin mal unser Gepäck deponieren.
Phnom Penh hat uns nicht so aus den Schuhen gehauen. Am Mekong hat es eine nette Strandpromenade, aber sonst in unseren Augen nicht viel zu bieten. Es ist ein guter Ausgangspunkt um weiterzureisen. Nach einer Nacht machten wir uns auf den Weg nach Sihanoukville. Unsere grossen Taschen haben wir im Hotel gelassen, so dass wir mit leichterem Gepäck für die nächsten 10 Tage unterwegs sein konnten.

Sihanoukville liegt an der Küste von Kambodscha und so freuten wir uns mal wieder auf ein paar Tage am Strand. Da Kambodscha nicht so viele Küstenabschnitte besitzt, merkt man auch, dass die Preise der Unterkünfte gleich um einiges höher sind. Wir sind 3 Nächte am Otres Beach 1 geblieben und haben an einem Tag einen längeren Strandspaziergang gemacht. Wie schon oft in Asien mussten wir leider auch hier feststellen, dass sie ein Abfallproblem haben. Es liegt an so vielen Orten und vor allem am Strand extrem viel Plastik (Flaschen, Tüten etc.). Es wird einfach hingeworfen und fast niemand räumt es auf. Wir vermuten, dass die Leute schlichtweg nicht wissen, was sie der Umwelt damit antun.

Wir waren recht unschlüssig, was wir in Kambodscha noch unternehmen sollten. Da wir den Weiterflug bereits gebucht hatten, mussten wir in diesem Land noch etwas bleiben. Ja, wir klagen auf sehr hohem Niveau 😉 Die Insel Koh Rong klang noch interessant und deshalb nahmen wir diese ins Visier. Mit einem Speedboat fährt man ca. 40 Minuten bis zur Insel. Auf dem Hinweg haben wir zuerst einen Stop in Koh Rong Sanloem (Nachbarinsel) gemacht. Es stiegen einige Leute ein und aus. Der eine von der Crew sagte noch, dass es „a bit bumpy“ wird. A bit? Also einige haben dann doch das Tütchen gefüllt. Es war wie auf einer Achterbahn. Das Wasser spritzte an den Seiten des Bootes hoch und das Boot klatschte teilweise von weit oben aufs Wasser. Gott sei Dank musste ich kein Tütchen zur Hand nehmen. Bis anhin war ich eine Kandidatin dafür.
Auf Koh Rong am Coconut Beach hatten wir uns ein Zelt für 3 Nächte reserviert. Nachdem wir mit ein paar bleichen Menschen angekommen waren, wollten wir uns ein Taxiboot zu unserem Beach nehmen. Fehlanzeige. Es fahre kein Boot, weil es zu windig sei. Wir hatten die Wahl entweder noch eine Unterkunft an dem Main Beach (Ankunftsort des Speedboats) zu buchen oder zu laufen. Wir entschieden uns für den 1,5-stündigen Marsch zu unserem Zelt.
In der ersten Nacht hat es so heftig gewindet, dass es unsere Regenplane, welche sie übers Zelt gespannt haben, zerrissen ist. Ich wartete bis das ganze Zelt abhob, aber das ist nicht passiert ;). Am zweiten Tag war es nach wie vor sehr windig und wir mussten einmal mehr feststellen, dass das Wetter unglaublich viel ausmacht, damit man sich an einem Ort wohl fühlt. Glücklicherweise war es am dritten Tag wunderbarstes Wetter und es hatte kaum noch Wind. Abends konnten wir im Meer das leuchtende Plankton anschauen. Es hat mich an Glühwürmchen erinnert.
Koh Rong hat viele wunderbare weisse Sandstrände und kristallklares Wasser. Die Insel ist noch nicht so touristisch überlaufen wie andere Orte. Einfach nicht unbedingt am Main Beach übernachten, da dort ein grosses Kommen und Gehen ist wegen den Fähren und Taxibooten.

Nach Koh Rong hatten wir nochmal für 4 Nächte eine Unterkunft in Sihanoukville gebucht. Wir hatten diese bei unserem ersten Aufenthalt gesehen. Das Essen war dort sehr fein und sie haben einen angenehmen Sitzbereich. Zudem liegt sie direkt am Strand. Unser Zimmer war oberhalb der Bar und Billardtische. Wir konnten fast nicht schlafen, weil uns nur ein leichter Bambusboden vom Geschehen trennte. Zudem rannte zwischendurch eine Kakerlake durchs Zimmer. Nach so ruhigen Nächten auf Koh Rong, war uns dies too much. Stornieren konnten wir es nicht mehr, aber zum Glück war es nicht so teuer. Am Morgen gingen wir zu einem „Reisebüro“, welches verschiedene Touren anbietet. Wir haben uns für eine entschieden, mit der man auf der Insel Ko Ta Kiev einen Stop einlegt. Der Typ sagte uns, dass wir problemlos dort übernachten könnten und an einem anderen Tag mit dem Tourboot zurückfahren könnten. So buchten wir dies und 1,5h später ging es auch schon los. Unterwegs hatten wir an einem unspektakulären Schnorchelspot einen Halt eingelegt und kurze Zeit später kamen wir auf der Insel an. Es gab drei Unterkünfte auf der Insel. Alle sehr einfach gehalten. Direkt dort, wo unser Boot ankerte, war das Ten103. Wir hatten noch die Auswahl zwischen einem Dorm, einer Hängematte und einem Bungalow. So schnappten wir uns den letzten verfügbaren Bungalow direkt am Strand. Er bestand aus einem Bett, einem Moskitonetz und einer Hängematratze auf unserer Veranda. Duschen? Gab es nicht. Es stand eine Tonne mit einem Gefäss dort, wo man sich das Wasser über den Kopf kippen konnte. Toiletten? Gab es, aber nur zum Stehen und ich war doch froh, wenn ich nicht so häufig musste… Es gibt doch immer wieder Momente, wo man den Verstand etwas Ausschalten muss.

In Ko Ta Kiev hat man das Gefühl man sei im Paradies. Die Insel ist nicht gross und viel davon liegt im Dschungel. Den Dschungel haben wir in unserem Bungalow zu sehen bekommen. In der ersten Nacht leuchtete ich mit der Stirnlampe (einzige Lichtquelle) den Bungalow ab. Am obersten Balken funkelten Augen. Es waren die einer handgrossen Spinne. Ekelhaft! Schnell unters Moskitonetz und versuchen nicht daran zu denken.
In der zweiten Nacht war die Spinne glücklicherweise nicht mehr da. Kaum haben wir uns wieder unters Moskitonetz verkrochen, hörte ich Schritte von einem kleinen Tier. Es tippelte ständig rum. Ich war mir nicht sicher, ob ich wissen wollte, was es ist, überwand mich dennoch die Stirnlampe anzuzünden. Und da sass sie. Eine Ratte. Durch mein Licht habe ich sie aufgeschreckt und sie rannte über die Querbalken. Nun wusste ich auch, wer unsere Pringels-Packung angeknabbert hat (siehe Foto). Wir liessen die Ratte in Ruhe und ich hoffte, dass sie den Weg nach draussen auch wieder finden würde. Da wir zwar ein Fenster hatten, jedoch ohne Glas oder sonst was, war es für die Tiere einfach, bei uns ein- und auszugehen.

Nach 2 Nächten warteten wir am Strand auf unser Tourboot. Es kam und kam einfach nicht. Es waren sicher so 15 Boote vor Anker, aber nicht das, was wir gebucht hatten. Einer bot uns an, uns mitzunehmen. Dies hiess aber auch, dass wir nochmal ein Ticket kaufen mussten. Allerdings war es die einzige Möglichkeit, von der Insel runter zu kommen. Als wir wieder an Land waren, gingen wir zu dem Typ vom „Reisebüro“. Er meinte nur, dass wir hätten anrufen müssen, damit wir abgeholt werden. Das wäre noch hilfreich gewesen, hätten wir das im Vorfeld gewusst. Unsere letzte Nacht verbrachten wir wieder oberhalb der Bar, bevor wir am nächsten Tag nach Phnom Penh zurückkehrten.

Traurigerweise haben wir hier viel Kinderarbeit gesehen. Beim Sonnenuntergang sassen wir am Strand und es kamen vier Kinder mit Säcken daher. Sie haben Plastikflaschen und Dosen gesammelt. Auf unserer Höhe entdeckten sie eine Schaukel. In dem Moment strahlten die Kinderaugen und sie gönnten sich eine kurze Kinderzeit. Sie hatten viel Spass, lachten, spielten miteinander. Nach ein paar Minuten war es vorbei und sie zogen mit ihren Säcken weiter. Auch sonst haben wir ein paar Situationen mit Kindern gesehen, was einem wirklich zu denken gibt.

Highlights in Kambodscha: Angkor Wat und Umgebung, Koh Rong, Ko Ta Kiev

Lowlights in Kambodscha: Abfallprobleme, Kinderarbeit, grösstenteils sehr arme Menschen

Am Montag, 30.01.2017 flogen wir weiter auf die Philippinen.

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