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Nachdem wir uns von unseren Freunden, Familien und Arbeitgebern verabschiedet hatten, starteten wir am 3. Februar 2025 unsere zweite open end Weltreise. Mit je einem Rucksack bepackt, stiegen wir in Zürich in den SWISS Flieger und landeten 10h und 40 Minuten später in Bangkok (Thailand). Anderes Klima, andere Zeitzone, anderer Lärmpegel und trotzdem für uns vertraut, da wir nicht das erste Mal dort waren. Es war für uns eine Woche, um anzukommen, runterzufahren und zu realisieren, dass wir es tatsächlich wieder taten. Unsere Leidenschaft, das Reisen, hatte uns wieder.

Die ersten 100 Tage unserer Weltreise haben wir in Asien geplant und der erste Stop nach Bangkok war in Medan (Indonesien, Insel Sumatra). Von Medan ging es weiter nach Bukit Lawang, wo wir im Dschungel frei lebende Orang Utans beobachten konnten, mit dem Dschungeltaxi (mehrere Reifen aneinander gebunden) über den Fluss bretterten und klitschnass bei der Unterkunft ankamen.

Weg vom Dschungel und auf ins Paradies. Von Singkil brachte uns ein kleines Boot auf die Banyak Inseln. Es gibt mehrere Inseln, auf denen man übernachten kann und wir entschieden uns für drei davon. Sie könnten auch unterschiedlicher nicht sein und jede hat seinen Charme.

Die erste Unterkunft Kimo Resort erinnerte uns an die Malediven. Wir hatten einen grossen und modernen Bungalow mit Meersicht, ein kleines Restaurant und in 3 Minuten erreicht man die andere Inselseite, wo wir die Sonnenuntergänge geniessen konnten.

In 80 Minuten Fahrzeit mit dem Boot erreichten wir die zweite Unterkunft namens Ira Bungalows. Eine sehr nette Familie, welche ganz alleine mit zwei Hunden auf dieser Insel wohnt und ein paar Bungalows vermietet. Robinson Crusoe lässt grüssen. Bei Ebbe kann man zu Fuss den grössten Teil der Insel am Strand entlang spazieren und wir fanden sogar ein Skelett eines Haifischkopfes.
Zu dem Zeitpunkt waren wir die einzigen Gäste und sie haben unglaublich leckeres Essen für uns zubereitet.

Die Überfahrt zur dritten und letzten Insel dauerte zwei Stunden. Unterwegs kamen wir an etlichen unbewohnten kleinen Inseln vorbei und wir hatten das Glück, einen Wal beobachten zu können. Im MB Palambak Island Resort hat nebst uns einen weiteren Gast, der alleine dort war. Er kam aus Deutschland und war nicht traurig, dass noch andere Gäste ankamen. Diese Unterkunft hat uns ehrlicherweise am wenigsten gefallen. Die Umgebung sieht traumhaft aus und es ist eine schöne Anlage, dennoch hatten wir an drei von vier Abenden riesige Spinnen im Bungalow. Die Angestellten entfernten sie netterweise, aber sie waren wirklich gross und ekelhaft. Zudem waren wir von Ira’s Essen zu sehr verwöhnt worden, denn die Kochkunst hier, war nicht sooo gut.

Mit einem alten Kutter und nur Einheimischen an Board, ging es zurück nach Singkil (Sumatra). Wir brauchten dafür vier Stunden und waren froh, an Land zu sein. Wir gingen davon aus, dass es in Singkil nur einen Hafen gibt, was jedoch eine falsche Annahme war. Bei unserer Ankunft war es bereits dunkel und unser gebuchtes Hotelzimmer ziemlich weit entfernt. Es gab keine Tuktuks oder Taxis im Hafen und zu Fuss gehen, war keine Option, da es zu gefährlich gewesen wäre, an den Strassen im Dunkeln so lange zu laufen. Wir versuchten mit ein paar Einheimischen einen Transport zu organisieren. Sie waren sehr hilfsbereit und es ist immer wieder faszinierend, wie es weltweit möglich ist, zu kommunizieren ohne die Sprache sprechen zu können. Schlussendlich haben sie uns vorgeschlagen, dass wir bei je einem jungen Mann hinten auf den Roller sitzen und sie uns ins Hotel fahren. Da wir keine andere Möglichkeit sahen, nahmen wir das Angebot an und schwingten uns auf die Roller. Wir gaben ihnen etwas Geld und für sie war das vermutlich das Geschäft des Monates.

Und schon wieder waren wir auf dem Ozean. Diesmal 9,5 Stunden von Singkil (Sumatra) nach Gunungsitoli (Nias). Auch Nias ist eine Insel und liegt westlich von Sumatra. Es erwartete uns dasselbe Szenario im Hafen. Keine Tuktuks oder Taxis weit und breit. Wir liefen zur Hauptstrasse und gingen davon aus, dort welche anzutreffen. Fehlanzeige. Ein paar Einheimische bastelten an ihren Autos rum und wir sprachen sie an, ob sie wüssten, wie wir zu unserem Hotel kommen, welches 15km entfernt lag. Einer von ihnen bot an, uns mit seinem privaten Auto zu fahren. Wir nahmen dieses Angebot an und er bat uns um kurze Geduld, da er noch duschen wolle. Diesen Wunsch wollten wir ihm nicht ausschlagen und kurz darauf ging es bereits los. Aus den Lautsprechern erklang ohrenbetäubende Musik und rund 5 Minuten nach der Abfahrt suchte der Fahrer verzweifelt seine Zigaretten. Sie waren nicht aufzufinden und er wollte nochmals zurückfahren, um sie zu holen. Und schwups hat sie Eik unter dem Sitz gefunden und die Fahrt konnte weitergehen. Er hielt jedoch nochmal an, um sich etwas zu trinken zu kaufen 😉

Mit einem privaten Transport fuhren wir zwei Tage später in Richtung Sorake. Der Ort liegt im Süden und ist vor allem bei Surfern beliebt. Es finden dort auch immer mal wieder Surf Contests statt. Es waren noch zwei weitere Personen im Auto und unterwegs trafen wir auf eine Strassensperrung. Der Fahrer meinte etwas von Unfall und dass wir am besten in einem Restaurant was Essen bis die Strasse wieder freigegeben würde. Es wusste niemand wie lange es dauern würde. Irgendwann stellte sich heraus, dass die Hauptverkehrsstrasse durch viel Regen überschwemmt und nicht passierbar war. Es strandeten weitere Leute in dem Restaurant und vermutlich hatten sie den Umsatz ihres Lebens (es sei ihnen gegönnt). Etwa 2 Stunden später fuhren wir weiter und wir waren gespannt, was uns erwartete. Wir reihten uns hinter den anderen Autos im Stau ein und liefen zu Fuss nach vorne, um die Lage anzuschauen. Nach wie vor, war die Strasse unter Wasser und die ersten Autos trauten sich durchzufahren. Auch unser Fahrer entschied irgendwann, es zu versuchen und wir kamen ohne nasse Füsse durch. Allerdings war die Strasse weiter vorne ebenfalls überflutet. Wir stiegen wieder aus und gingen nach vorne. Wir waren die einzigen Touristen weit und breit und die Attraktion als sie uns sahen. Keine Ahnung, was sie über uns sagten, denn wir verstanden rein gar nichts. Es war aber eine sehr spezielle Atmosphäre und wir waren nicht unglücklich als wir weiterfahren konnten und auch hier ohne nasse Füsse durchkamen.
Nach 8 Stunden anstatt 3 erreichten wir abends Sorake und bezogen unser einfaches Zimmer mit Balkon und Meersicht. Unsere Rucksäcke waren komplett durchnässt, da sie während der Fahrt auf dem Autodach lagen und es lange Zeit regnete.

Sorake ist ein kleiner Ort, wo sich hauptsächlich Surfer tummeln oder jene, wie wir, die den Surfern gerne zuschauen. Ein paar Tage haben wir uns einen Roller gemietet und die Insel erkundet. Es gibt ein paar kleine traditionelle Dörfer (Bsp. Bawomataluo), wo die Einheimischen bis heute drin wohnen. Diese Häuser sind aus Holz gefertigt, ohne Nägel gebaut und extrem erdbebensicher.

Nach sechs Nächten in Sorake ging es nach Teluk Dalam, wo wir mit der Nachtfähre 11 Stunden nach Sibolga (Sumatra) schipperten. Für den Transport zum Lake Toba hatten wir bereits im Vorfeld einen Fahrer organisiert, so mussten wir im Hafen nicht suchen und verhandeln. Der Fahrer empfing uns im Hafen und los ging die rasante Fahrt. Nachdem wir bei einer Brücke fast abgehoben sind, hatten wir den Fahrer gebeten, nicht ganz so schnell zu fahren. Wir unterboten die Google Fahrzeit um rund 45 Minuten!
Am Lake Toba sind wir in Parapat angekommen, wo wir mit einem Schiff weitere 30 Minuten gefahren sind, bis wir unsere Unterkunft in Tuktuk (Romlan Guesthouse) erreicht hatten. Von unserem Zimmer hatten wir Blick auf den See und die ganze Unterkunft war gemütlich mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten und sehr leckerem Restaurant ausgestattet.

Tuktuk ist ein kleiner touristischer Ort mit vielen Unterkünften und Restaurants (unsere Empfehlung: Rosalie’s Beer Garden And Restaurant – super nette Frau, die alleine kocht und alles frisch zubereitet).

Der Lake Toba ist der grösste See Indonesiens und der grösste Kratersee der Erde. Er ist mehr als dreimal so gross wie der Bodensee und mit einem Roller lässt sich die Umgebung super erkunden. Die Region hat uns sehr gefallen und vor allem war das Klima total angenehm, da es nicht so heiss war wie in den anderen Teilen Indonesiens.

Dies war unser letzter Stop in Indonesien, bevor wir mit einem Privaten Transport (ist üblich dort, da es kaum öffentliche Busse etc. gibt) zurück nach Medan fuhren, um weiter nach Penang (Malaysia) zu reisen.

Diesen Teil von Indonesien zu bereisen, war ein Erlebnis. Die Transporte jedoch auch sehr aufwändig und zeitintensiv. Unsere Highlights waren die Banyak Inseln, der Lake Toba und die Einheimischen. Sehr nette Menschen, die sich gefreut haben, wenn sie uns gesehen haben. Sie waren hilfsbereit, haben uns zugewunken, wenn wir mit dem Roller durch ihre Dörfer fuhren oder durchspaziert sind. Wir wurden auch etliche Male fotografiert oder nach einem Selfie gefragt.

Gerne teile wir unseren Eindrücke von den 38 Tagen in unserem Kurzfilm.