Am Dienstag, 31. Juli 2018 landete ich abends in Zürich und wurde von drei lieben Freundinnen herzlich begrüsst. Anschliessend überraschte ich meine Mutter Zuhause, denn sie wusste nicht, dass ich bereits in der Schweiz war. Sie wusste nur, dass ich irgendwann Anfangs August kommen würde. Ihr Mutterinstinkt sagte ihr aber, dass ich einfach so auftauchen würde, weshalb die Überraschung nur halbwegs gelang 😉
Eik fuhr von Frankfurt aus mit dem Zug nach Halle an der Saale und wurde ebenfalls herzlich von seiner Familie empfangen.

In meinen zwei Wochen in Zürich traf ich viele Leute und das Wiedersehen war stets mit grosser Freude verbunden. Es fühlte sich nicht so an, als wären wir 21 Monate weg gewesen. Vermutlich lag es auch daran, dass die Umgebung sehr vertraut war und ich nicht alles neu erkunden musste wie auf unserer Reise und die Gespräche mit Freunden/Familie intensiv waren. Natürlich kann man in der heutigen Zeit auch problemlos über die verschiedenen Medien in Kontakt bleiben. Der persönliche Austausch mit Leuten, die mir wichtig sind, hat mir auf der Reise manchmal gefehlt.
Nach knapp zwei Wochen kam Eik zu mir nach Zürich und wir waren endlich wieder vereint 🙂 Am 14. August feierten wir den Geburtstag von meiner Mutter, bevor wir am darauffolgenden Tag unsere Weltreise fortsetzten. Dieses Mal ging es mit unserem eingelagerten Volvo Kombi durch Europa. Glücklicherweise lief er wie am Schnürchen, denn wir hätten nicht mal einen Plan B gehabt, falls dies nicht so gewesen wäre. Vollgepackt mit Zelt, Campingtisch, -stühlen und Esswaren ging es los.

Als ich nach so langer Zeit im Volvo sass, kam es mir vor, als hätte ich die ersten Fahrstunden. Zum einen sitzt man fast auf dem Boden, zum anderen ist es kein Automatikgetriebe und die Servolenkung ist strenger. Was für eine Umstellung nach so langer Zeit mit „Rusty“. Die Strassen sind auch bedeutend enger als in Nordamerika 😉
Über den Flüela- und Ofenpass ging es ins Südtirol, wo wir einen Zeltplatz in der Nähe von Merano (Italien) nahmen. Wir stellten unser Minizelt auf (gerade mal 1,40m breit) und gingen recht früh schlafen. Am Folgetag fuhren wir die Prachtstrasse durch die Dolomiten. Vermutlich kennen viele diese herrliche Umgebung mit den hohen Berggipfeln. Es ist definitiv eine Reise wert, diese Gegend zu erkunden, jedoch empfehlen wir dies ausserhalb der Hauptsaison. Jeder noch so kleine Ort war total mit Touristen überlaufen und meisten standen wir bei der Durchfahrt im Stau. Erst nach Cortina d’Ampezzo (Italien) wurden die Strassen etwas leerer. Wir ahnten ja im Vorfeld, dass es mehr Leute haben wird als an anderen Orten, die wir auf der Reise besucht haben, aber dass es so viele hat… Nun ja, es ist einfach nicht unser Ding in solchen Menschenmassen unterwegs zu sein, aber wie so oft gewöhnt man sich an alles. Die Zeltplätze waren ebenfalls heillos überlaufen und ein Camper/Zelt reihte sich ans nächste. Die dritte Nacht verbrachten wir am Faakersee in Österreich.

 

Dem Wörthersee entlang, ging unsere Reise weiter in Richtung Slowenien. Der erste Stop war am Bleder See und der zweite am Bohinjsko See. Grundsätzlich schöne Seen, aber auch hier total überlaufen von Touristen. Es war fast ein Ding der Unmöglichkeit einen Parkplatz zu finden, so dass wir eigentlich nur jeweils eine Runde drehten und weiterfuhren.

Wir vermieden es, die Autobahn zu fahren, denn diese kosten in vielen Ländern Maut und das wollten wir uns ersparen. Zudem ist es auch lohnenswert nicht nur auf den Autobahnen durch die Länder zu fahren, denn man sieht viel mehr davon. Vor allem in Slowenien gibt es unzählige kleine Dörfer, die noch richtig ländlich sind.

 

In der Nähe von Ljubljana fanden wir den bisher schönsten Zeltplatz. Dieser kostete gerade mal EUR 24.- (die bisherigen zwischen EUR 40.- und 52.-/Nacht) und es war nicht so gut besucht wie die bisherigen. Am nächsten Tag erkundeten wir Ljubljana. Die Stadt wird auch „klein Prag“ genannt und so schlecht trifft das nicht zu. Entlang des Flusses gibt es viele Restaurants und Bars, die zum Verweilen einladen. Man kann hoch zu einer Burg laufen, wo man einen super Überblick über die ganze Stadt bekommt. Theoretisch könnte man die Burg auch drinnen besichtigen, was wir aus Kostengründen gelassen haben. Mein Bruder gab mir als Tipp das Metlkova Viertel an, was wir uns ebenfalls anschauten. Man kommt gut zu Fuss vom Zentrum hin und braucht etwa 10-15 Minuten. Die Gebäude sind mit Graffitis besprüht und es stehen skurrile Skulpturen rum. Wir waren tagsüber dort und wir denken, dass abends wohl der Bär steppen wird.

 

In der Umgebung von Postojna gibt es die Höhlenburg Predjama. Wir schauten uns die Burg von aussen an, welche in einen Felsen gebaut wurde. Ein Abstecher zur Burg empfehlen wir, wenn man schon in dieser Gegend ist. Wer die Burg von innen besichtigen möchte, zahlt Eintritt.

Eik entdeckte im Reiseführer eine Höhle mit einer Brücke, welche über eine 800m tiefe Schlucht führt. Wir erkundeten uns, wie diese heisst und wo sie sich befindet. Es sind die Höhlen von Škocjan, welche wir unbedingt besuchen wollten, denn das Foto sah sehr spektakulär aus. Leider ist die Besichtigung nur als Gruppenführung möglich und wird zu jeder vollen Stunde durchgeführt. Es war eine riesige Menschenmasse, die sich wie ein langer Tazzelwurm zum Eingang der Höhlen begab, welcher sich rund 10 Gehminuten von der Kasse befindet. Vor dem Eingang wurde die Gruppe in sechs aufgeteilt (nach Sprachen) und das Ganze wirkte etwas unkoordiniert. Nun waren wir an der Reihe und waren gespannt, was uns drinnen erwartet. Zu Beginn war die Höhle noch nicht sehr eindrücklich, aber je weiter wir reinliefen umso imposanter wurde sie. Irgendwann liefen wir am Abgrund eines riesigen Canyons mit ein paar kleinen Wasserfällen. Wow! So was haben wir definitiv noch nie gesehen. Wasserfälle in der Höhle und dieser riesige Canyon. Die Brücke vom Bild im Reiseführer habe ich mir etwas länger vorgestellt. Dennoch sah sie beeindruckend aus wie sie über dem tiefen Canyon hing. Leider ist es nicht erlaubt, Fotos zu schiessen. Sie begründen es damit, dass die Führung sonst länger dauern würde und dadurch nicht so viele Touristen durchgeschleust werden können. Sehr schade, jedoch hat Eik natürlich „heimlich“ ein paar Fotos gemacht 😉

Slowenien hat von der Adriaküste nicht ganz so viel abbekommen, aber ein Besuch im Hafenstädtchen Piran lohnt sich auf jeden Fall. Es ist klein, übersichtlich und hat Charme. Wer Zeit und Lust hat kann in einem der Restaurants einkehren.
Über Koper und Portorož ging es weiter zur Grenze nach Kroatien. Eik hatte an dem Tag Geburtstag und wir gönnten uns das erste Mal nach einer Woche ein Zimmer in Pula (Istrien). Die Gastgeberin war sehr aufmerksam und schenkte Eik eine Flasche selbstgemachten Kirschschnaps, welcher sehr lecker schmeckte.
Pula hat eines der besterhaltensten Kolosseen ausserhalb von Italien und in der Innenstadt reiht sich ein Restaurant ans andere. Erstaunlicherweise sprachen viele Kroaten recht gutes Deutsch und das meiste war sogar auf Deutsch angeschrieben. Kein Wunder bei so vielen deutschsprachigen Touristen in dieser Region.

 

Ja, es gab einige Momente, wo wir sagten „Rusty fehlt uns“. In unserem Van durch Nordamerika zu fahren, war definitiv luxuriöser und entspannter. Wir hatten viel Platz, mussten nicht jeden Tag unser Bett auf- und abbauen und hatten alles immer dabei, was wir brauchten. Zudem sind die Strassen in Europa im Vergleich enger und die Fahrer unentspannter. Fast schon ein kleiner Kulturschock für uns 😉

Eines unserer Ziele in Kroatien waren die Plitvička Jezera (Plitvicer Seen). Da es eine der Hauptattraktionen in diesem Land war, steuerten wir den Ort vor dem Wochenende an. Wir gingen davon aus, dass es dann tendenziell etwas weniger Leute haben wird. In der Nähe übernachteten wir in einer Unterkunft und verzichteten aufs campen. Die Temperaturen sanken an dem Tag von 35 auf 20 Grad und nachts waren es nur noch 12 Grad. Zudem zog ein Gewitter vorbei, weshalb es auf dem Campingplatz recht nass und ungemütlich geworden wäre. Die Zimmerpreise unterscheiden sich auch nicht massiv von den Campingpreisen. Im Örtchen Korenica zahlten wir fürs Zimmer EUR 40.-/Nacht und der Campingplatz hätte EUR 25.-/Nacht gekostet.

Der Nationalpark öffnet um 7.00 Uhr die Pforten und wir wollten möglichst früh dort sein. Um 7.30 Uhr standen wir am Eingang und waren gespannt, was uns erwartete. Wir konnten uns einfach nicht satt sehen und verliessen den Nationalpark erst nach knapp 10h. Was für ein wahnsinnig schöner Park mit unzähligen wunderschönen Wasserfällen perfekt in der grünen Natur eingebettet. Das Wasser der Seen ist türkisblau und sie befinden sich wie auf verschiedenen Terrassen. Dadurch gibt es auch diese unzähligen kleinen und grösseren Wasserfälle. Da es wohl einer der beliebtesten Orte in Kroatien ist, gibt es auch Unmengen an Touristen. Häufig läuft man auf einem etwa 1,5m breiten Steg übers Wasser (ohne Geländer), was mit Gegenverkehr und fotografierenden Menschen teils fast ein Challenge ist. Vermutlich fällt da auch mal der eine oder andere ins Wasser. Besichtigt man den Nationalpark, kann man verschiedene Touren laufen. Die längste ist 18km und wir entschieden uns für die zweitlängste mit 8km. Der Eintritt kostet HRK 250.-/P. (CHF 38.-) und der Parkplatz HRK 7.-/h (CHF 1.-). Wir haben gesehen, dass ein paar Autos ausserhalb des offiziellen Parkplatzes direkt an der Strasse geparkt haben. Das wäre allenfalls möglich um die Parkgebühren zu sparen, aber wir wissen nicht, ob sie dort Bussen verteilen. Insgesamt haben wir an dem Tag für Eintritt und Parken CHF 86.- ausgegeben. Wenn man sich überlegt, dass man in Amerika einen Jahrespass kaufen kann, welcher für alle Nationalparks und National Monuments gültig ist und gerade mal CHF 80.- kostet, ist das schon erschütternd, welche Eintrittspreise in Kroatien für einzelne Attraktionen aufgerufen werden.

 

Es ging zurück an die Adria nach Starigrad, wo wir in einem Guesthouse übernachteten. Ivan, der Gastgeber war sehr nett und sprach sogar ziemlich gutes Deutsch. Zur Begrüssung tischte er uns frische Feigen auf und bot uns selbstgebrauten Schnaps an. Er erzählte uns, dass sie vor dem Krieg die Unterkunft mit Halbpension angeboten hatten und sie viele Gäste beherbergten. Vor allem deutschsprachige, von welchen er deutsch lernte. Während des Krieges, ganze 5 Jahre, kam kein einziger Gast mehr. Ganz in der Nähe seien Granaten eingeschlagen. Sehr tragisch, wenn man einen so netten älteren Mann kennenlernt, der die Unterkunft mit Herzblut führt. Inzwischen stellt er einfach die Küche den Gästen zur Verfügung anstatt selber zu kochen. Er sei dafür nun zu alt und es sei ihm zu streng. Falls jemand in dieser Umgebung ist, können wir das Apartment Mira sehr empfehlen. Eine Nacht kostete gerade mal EUR 35.- und wir hatten ein Zimmer mit Meerblick.

Nun waren wir am wohl schönsten Küstenabschnitt angekommen und zwar an der dalmatischen Küste. An einem Sonntag besuchten wir Zadar. Das Städtchen ist in unseren Augen nicht sehr lohnenswert. Wir übernachteten in Vodice und drehten am Abend noch eine kurze Runde im Hafen. Auch hier gibt es viele Bars und Restaurants, wo man sich verweilen könnte.
Šibenik hat uns sehr gefallen, auch wieder ein kleines Küstenstädtchen, aber dieses hatte wirklich Charme. Man kann durch viele kleine Gassen schlendern, unzählige Treppen hoch und runterlaufen. Viele schöne historische Gebäude, Kirchen sowie eine Burg geben ein unverfälschtes mittelalterliches Stadtbild ab.
Next stop: Trogir und ratet mal, auch das ist ein süsses Küstenstädtchen 😉 Es gefiel uns ebenfalls gut, ist von der Grösse her überschaubar, so dass man es schnell erkundet hat.

 

An diesem Abend übernachteten wir etwa 15 Minuten ausserhalb von Split auf einem Campingplatz. Da für uns die Städte immer zu voll sind und die Temperaturen mit über 30 Grad fast zu hoch für eine Besichtigung, waren wir fast die ersten Touristen in Split, als wir um 7.00 Uhr dort ankamen. Die Stadt war am Erwachen und wir genossen es, durch die Anfangs leeren Gassen zu schlendern und ungestört Fotos zu machen. Erklimmt man den Bell Tower (HRK 20.-/P. (CHF 3.-/P.), wird man mit einer wunderbaren Rundumsicht über die historische Altstadt und den Hafen belohnt.

 

Entlang der herrlichen Küste fuhren wir weiter in Richtung Süden und besuchten Micha & Sylvie mit ihren Kindern in Drašnice. Sie verbrachten dort ihren Urlaub und für uns war es eine willkommene Abwechslung wieder mal in netter Gesellschaft zu sein 🙂 Vielen Dank für die tolle Gastfreundschaft! Übernachtet haben wir in unserem Zelt auf ihrem Balkon.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns und fuhren weiter zu den Kravica Wasserfällen in Bosnien & Herzegowina. Viele schöne Werbetafeln wiesen auf die Wasserfälle hin, weshalb wir gespannt waren, was uns erwartete. Meine Erwartungen waren anhand der Werbeplakaten recht hoch, jedoch können sie niemals mit den Plitvicer Seen in Kroatien mithalten. Der Eintrittspreis ist mit CHF 5.-/P. erschwinglich, wobei wir sagen müssen, dass es sich nicht gelohnt hat, extra dorthin zu fahren. Im Gegensatz zu den Plitvicer Seen ist das Baden bei den Kravica Wasserfällen erlaubt.

 

Unser Tagesziel war Mostar, eine bekannte Destination in Bosnien & Herzegowina. Wir fanden eine Unterkunft für EUR 19.-, welche sich unweit des alten Stadtkerns befand. Zugegebenermassen war das Zimmer nicht so der Brüller, aber für eine Nacht und mit der Lage völlig ok. Zu Fuss waren wir in nicht mal 5 Minuten im historischen Teil mit dem Wahrzeichen von Mostar, der alten Brücke (Stari Most). Ein echt schönes kleines Städtchen, welches zum Flanieren einlädt. Viele Restaurants sind auf verschiedenen Ebenen in das hügelige Städtchen perfekt eingebettet und ein Souvenirladen säumt den nächsten. Besonders abends, wenn es dunkel ist, hat es mega Charme, um etwas rumzuschlendern. Sobald man den „schönen Teil“ verlässt, sieht man teilweise in den Gebäuden noch die Spuren der Einschusslöchern aus der Kriegszeit. Irgendwie ein krasser Wechsel zwischen „heile Welt alles schön“ und der Vergangenheit des Krieges, welcher diese Stadt geprägt hat. Ein grosser Teil, inklusive der alten Brücke, wurde zerstört und wieder neu aufgebaut. Am nächsten Morgen um 7.00 Uhr drehten wir nochmals eine Runde, weil wir dachten, dass es auch noch schön sein könnte, wenn die Gassen menschenleer sind. Allerdings fehlten die vielen geöffneten Läden und Restaurants, die dem ganzen Leben einhaucht und das gewisse Etwas verleiht.

Es klingt vielleicht komisch, aber man merkt, dass in diesem Land alles etwas anders läuft. Die Gebäude sind einfacher gebaut, bei vielen sind noch die Einschusslöcher zu sehen und gleichzeitig haben wir das erste Mal seit unserer Reise durch Europa bettelnde Frauen angetroffen. Bosnien & Herzegowina hat unser Herz nicht erobert, weshalb wir uns entschieden hatten bereits nach einer Nacht, wieder an die Küste in Richtung Dubrovnik (Kroatien) zu fahren.

 

Eik sass am Steuer, hielt an einem Stop an und bog rechts ab. Ein paar Meter weiter hatten wir ein Polizeiauto mit Blaulicht hinter uns. Als wir anhielten, kam der Polizist und quasselte etwas mit Stop und Rotlicht. Eik musste mit dem Polizisten in sein Auto und kam kurze Zeit später wieder zurück. Wir mussten nun dem Polizisten hinterherfahren, hatten keine Ahnung wohin er mit uns wollte, denn sein Englisch und war sehr schlecht. Neben der Kreuzung mit dem Stopschild parkierten wir. Eik musste nochmal ins Polizeiauto und der Polizist zeigte ihm nun das Rotlicht, das wir überfahren haben. Von der Konversation bekam ich nichts mit, aber ich ging davon aus, dass es eine saftige Busse geben wird. Eik kam zu mir und meinte, dass wir EUR 52.- Busse zahlen müssten. Das ging ja noch. Ich rechnete mit mindestens EUR 100.-. Der Eik setzte sich wieder ins Polizeiauto und ich beobachtete von nebenan die Konversation. Natürlich fast unmöglich irgendwas mitzukriegen, worüber sie redeten. Schon wieder kam Eik zu mir und meinte, der Polizist möchte nun nur noch EUR 27.-. Leicht verwirrt, nahm ich die 52.- zurück und gab ihm 27.- mit. Dasselbe Spiel wie schon ein paar Mal: Eik sitzt wieder im Polizeiauto und übergab nun die EUR 27.- Bussgeld. Das wars! Es gab kein Strafzettel oder Beleg. Da muss man nicht weit denken, um zu wissen, in welche Tasche dieses Geld fliesst. Es ist uns ein Rätsel, weshalb er zuerst mehr und dann weniger wollte. Vielleicht half es, dass Eik sehr traurig schaute und sich reuig gezeigte. Als wir vom Parkplatz wegfuhren, fiel uns auf, dass es unmöglich ist, das Rotlicht zu sehen, denn es steht direkt hinter einem Stopschild und wird so verdeckt. Wozu braucht es ein Stopschild und ein Lichtsignal?! Und vor allem haben wir beide es nicht gesehen und wir haben beide nach vorne geschaut. Das Stopschild war uns sehr wohl präsent. Ich denke, wir haben das ganze nun durchschaut: Der Polizist steht auf dem Parkplatz und wartet, bis wieder so ein Tourist nicht darauf achtet und kassiert anschliessend das Geld.

Wir waren nicht traurig, wieder in Kroatien und an der wunderschönen Adriaküste zu sein. 12km vor Dubrovnik fanden wir einen gemütlichen Campingplatz am Meer und genossen den lauen Abend draussen. Nach 2 Wochen auf Reisen gönnten wir uns das erste Mal sogar eine Pizza in einem Restaurant mit Meerblick 🙂
Am nächsten Morgen waren wir kurz vor 8 Uhr in Dubrovnik und liefen durch die historische Altstadt mit den vielen Gassen. Wer „Game of Thrones“ kennt, wird den einen oder anderen Ort wieder erkennen, denn hier hatte Königsmunde ihren Sitz. Lange überlegten wir, ob wir auf der Stadtmauer eine Runde drehen sollen, denn es kostet HRK 150.-/P. (CHF 23./P.). Gleichzeitig denken wir nicht, dass wir so schnell wieder dort sind, weshalb wir es uns leisteten. Und ja, es lohnt sich, diesen Rundgang zu machen. Von oben ist der Blick nochmals anders und die Mauer ist sehr weitläufig. Inzwischen war es 11 Uhr und die Touristenströme überschwemmten die Stadt. Zudem lief uns der Schweiss runter, denn auf der Mauer findet man kaum Schatten. Aus diesem Grund lohnt es sich auf jeden Fall etwas früher aufzustehen und die Besichtigung in der morgendlichen Brise, mit menschenleeren Gassen zu geniessen.

 

Das nächste Reiseland stand bevor: Montenegro. Ehrlich gesagt, haben wir im Vorfeld noch nicht so viel von diesem Land gehört und so waren wir gespannt, was uns erwartet. Interessanterweise haben sie als Zahlungsmittel Euro, obwohl sie nicht der EU angehören. An der Grenze wollten sie den grünen Zettel bezüglich internationaler Autoversicherung sehen. Ich hatte diesen nur auf meinem Telefon, denn wir fanden noch keinen Ort, um ihn ausdrucken zu lassen. Der Grenzbeamte in Montenegro akzeptierte die online Version leider nicht, so dass wir eine Autoversicherung für EUR 15.- vor Ort abschliessen mussten.

Kaum waren wir in Montenegro eingereist, fielen uns zum einen die hohen Bergmassive rundherum auf und zum anderen die zugebauten Orte. An den steilen Klippen ist es fast unmöglich, etwas hinzubauen. Somit gibt es auch nicht so viele Strassen und der Verkehr konzentriert sich mehr oder weniger auf eine Route der Küste entlang.

In Kotor legten wir einen Halt ein, um das mittelalterliche Städtchen zu besuchen. Es ist noch bestens erhalten und es war nicht voller Touristen. Empor der steilen Berge sieht man die alte Stadtmauer, die man hochlaufen kann. Mit weit über 30 Grad war es uns an diesem Tag allerdings zu heiss. Da wir diese aber gerne erklimmen wollten, kehrten wir am nächsten Morgen zurück und liefen die rund 300 Höhenmeter hoch, um den wundervollen Ausblick über Kotor zu bestaunen. Um die Mauer zu besteigen zahlt man EUR 8.-/Person, was es wert ist. Im Städtchen war es nicht mehr so idyllisch wie am Vortag, denn es ankerten zwei riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Zum Glück wollten nicht alle die Mauer hochsteigen 😉

 

Die folgenden zwei Nächte verbrachten wir in der Nähe von Budva. Wir fanden auf Booking.com eine nette Unterkunft für gerade mal EUR 23.-/Nacht. Gebucht hatten wir das Zimmer nur für eine Nacht, aber wir fühlten uns so wohl, dass wir sogleich verlängert hatten. Das Apartment Matic liegt etwas erhöht, so dass man einen herrlichen Blick über die Stadt und das Meer hat. Das Zimmer war nicht extrem schön, aber völlig ausreichend und das Bad hätte dringend eine Renovation nötig, aber für den Preis darf man nicht allzu viel erwarten. Die Gastgeberin war mega lieb und zuvorkommend. Kaum waren wir hier, hat sie uns schon selbstgebackene Berliner (ohne Füllung allerdings) und einen Saft offeriert.
Der kleine alte Stadtkern von Budva hat uns nicht so sehr überzeugt. Es kann sein, dass wir inzwischen schon zu viele andere schöne Küstenstädtchen gesehen haben in den letzten Tagen. Generell ist Budva sehr touristisch und am Strand steht ein Liegestuhl sowie ein Hotel am anderen.

Wir entschieden uns, die Küste für ein paar Stunden zu verlassen und fuhren durch die Bergwelt Montenegros. In der Nähe von Kotor führten viele enge Serpentinen den Berg hoch in Richtung Lovćen. Sobald uns ein Auto entgegenkam wurde es sehr eng und wir waren froh, dass sie auf der Hangseite grosse Felsbrocken hingelegt haben als Leitplanken. Unverständlicherweise kamen uns auch Busse und Lastwagen entgegen, was den Verkehr kurzzeitig lahmlegte. Entweder man hatte Glück und stand an einem etwas breiteren Ort oder man musste rückwärts wieder ein Stück runterfahren. Wir hoffen, dass sie wenigstens so schlau sind, dass die Busse nur von einer Richtung kommen, denn würden sich mal zwei Busse kreuzen wollen, ist das wohl unmöglich. Abgesehen von dem Nervenkitzel hatten wir eine herrliche Aussicht über die verschiedenen Buchten der Adria. Die Bucht von Kotor ist wohl eine der schönsten in Europa. Über die ehemalige Hauptstadt Cetinje ging es weiter zum Fluss Rijeka Crnojevića. Von einem Aussichtspunkt sieht man, wie sich die Flussschleife zwischen den Bergen durchwindet.

 

Von Slowenien bis Montenegro kann man sich mit „Hvala“ (ausgesprochen Chwala) bedanken. Am 5. September 2018 überquerten wir die Grenze nach Albanien, wo es „Faleminderit“ heisst.
Albanien war für uns das Land mit den grossen Fragezeichen, weil wir es nicht richtig einordnen konnten. Der Ruf ist nicht der Beste und man hört meistens eher Negatives darüber. In Albanien herrschte über lange Zeit Kommunismus und von 1944 bis 1985 herrschte der Diktator Enver Hoxha. Der Diktator hatte grosse Angst vor einer Invasion ausländischer Truppen, weshalb er 200’000 Bunker errichtete. Im Jahre 1968 ernannten sie Albanien zum ersten atheistischen Staat der Welt, womit sämtliche Religionen verboten wurden. Dies wurde erst Ende 1990 wieder aufgehoben. Das ist wohl auch der Grund, warum man nicht auf viele Moscheen oder Kirchen trifft. Ehen können zwischen Muslimen und Christen problemlos eingegangen werden. Vertieft man sich in die Geschichte Albaniens, spürt man schnell dass das Land nie so richtig zur Ruhe kam. 1990 wurde das Regime gestürzt und eine Massenauswanderung begann. Bis heute zählt Albanien zu den ärmsten Ländern Europas. Dies war ein kleiner Exkurs in einen Teil albanischen Geschichte. Um nach Albanien einzureisen, mussten wir etwa 30 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen und wir waren erstaunt, dass sie nicht mal unsere Pässe geöffnet haben, um reinzuschauen. Sie wollten nur kurz den grünen Zettel für die Autoversicherung sehen. Nun waren wir in Albanien und wir wussten nicht, was uns erwartet. Viele Vorurteile entnimmt man hauptsächlich aus den Medien oder dem Hören-Sagen, aber wir gingen recht neutral an die Sache ran. Am ersten Tag wollten wir zum Theth Nationalpark bzw. in die Nähe davon. Die Strassen waren relativ gut, einfach viel zu schmal. Beim Kreuzen eines entgegenkommenden Fahrzeuges mussten beide von der Strasse etwas auf die Schotterpiste ausweichen. Wir fuhren den Berg hoch und passierten einige Serpentinen. Unterwegs gab es zwei Aussichtspunkte. Als wir beim zweiten anhielten, kamen von der Gegenrichtung Einheimische mit eine PKW entgegen. Sie fragten uns: „You know the street?“. Wir so: „No…“. Sie rieten uns davon ab, die Strasse weiter mit unserem Volvo zu fahren. Ab dem Aussichtspunkt war dann auch die Strasse nicht mehr asphaltiert. Sie meinten, dass diese noch viel schlechter werde und wir es mit dem Auto nicht schaffen würden bzw. mindestens 2h brauchen für etwa 14km. Da stand für uns fest, dass wir es schon gar nicht versuchen werden, denn die Strasse sah echt schlimm aus. So blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zurückzufahren. Sehr schade, aber ohne 4WD oder mindestens mit einer höher gelegenen Karosserie war das einfach nicht zu schaffen. In dem Moment waren wir froh, nicht schon eine Unterkunft im Vorfeld gebucht zu haben. Wir fuhren zurück zum Lake Shkodra, wo wir auf einem sehr schönen Campingplatz für EUR 13.-/Nacht ein super Platz fanden und gerade noch rechtzeitig zu einem schönen Sonnenuntergang ankamen.

 

Am nächsten Tag ging es weiter in die Hauptstadt von Albanien. Uns fiel auf, dass die Autofahrer sehr ungeduldig, rücksichtslos und draufgängerisch fuhren. Überholmanöver, wo man hoffen musste, dass die gut kommen. Auffällig viele Mercedes und auch andere deutsche Automarken fuhren rum, was vermutlich ein Statussymbol darstellt. Wir fragen uns, wie sie sich diese Autos finanzieren können. Je näher wir Tirana kamen, desto übler wurde die Verkehrssituation. In einem dreispurigen Kreisverkehr fahren sie kreuz und quer und wer ohne Blechschaden den Ausweg findet, ist gut bedient. Wir waren unglaublich froh, als wir unsere Unterkunft heil erreicht hatten und das Auto mal für zwei Tage stehenlassen konnten.

In Tirana besuchten wir das National Historical Museum, welches gerade mal EUR 1.50/P. Eintritt kostete. Anschliessend gönnten wir uns zwei Cocktails in der Colonia Tirana Bar. Eine echt schöne Bar in einem angenehmen Ambiente. Bei einem Italiener liessen wir den Abend ausklingen.
Wir starteten gemütlich in den nächsten Tag und gingen anschliessend in den Bunker. Mitten in der Innenstadt befindet sich ein grosser Bunker, der als BunkArt umgewandelt wurde und den man somit besichtigen kann. Der Eintritt kostet ALL 250.- (CHF 2.20) und wer noch nie in einem Bunker war und dieses beklemmende Gefühl spüren möchte, der kann dies in Tirana tun. Der Skanderbeg-Platz erinnert etwas an den Sechseläuten-Platz in Zürich. Eine hässliche Pyramide, welche am Zerfallen ist, kann man besteigen, wenn man wagemutig ist wie Eik. Es gibt keine Treppen, sondern nur ein steiler Anstieg. Es war ursprünglich ein Museum, welches dem ehemaligen Diktator gewidmet wurde. Nachdem Ende des kommunistischen Regimes, wurde sie schon mehrmals umfunktioniert, aber aktuell steht sie leer. Sie wollen die Pyramide nun in ein Jugendzentrum umwandeln, was gar keine so schlechte Idee ist.

 

Von der Hauptstadt ging es weiter nach Berat. Je weiter weg wir von Tirana und Durrës kamen, umso entspannter wurde das Autofahren. Es war nicht mehr ganz so viel los, worüber wir nicht böse waren. Berat wurde im Jahre 1961 zur Museumsstadt ernannt und seit 2008 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zum einen trifft man auf eine sehr spezielle Bauart aus der osmanischen Zeit und zum anderen besitzt die Stadt auch eine Burg. Auf dieser Burg des 13. Jahrhunderts fanden wir eine Übernachtungsmöglichkeit, welche uns so gut gefallen hat, dass wir spontan noch eine Nacht verlängert hatten. In der Unterkunft „Guest House Iljesa“ wurden wir sehr herzlich empfangen und die Sicht über die Stadt war fantastisch. Es war auch nicht überlaufen von Touristen, was sehr angenehm war. Auf der Burg wohnen 50 Familien und es gibt 24 Kirchen. Leider kann man in die Kirchen nicht rein, ausser man hat das Glück und schliesst sich einer Reisegruppe an, um reinzukommen. Das ist wohl eher die Ausnahme, denn sie müssen beim Ministerium eine Bewilligung einholen. In zwei Kirchen kamen wir mit einer deutschen Reisegruppe rein, in welchen Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert zu sehen waren. Generell sehen die Kirchen von aussen nicht aus wie Kirchen, sondern einfach wie normale Gebäude. Scheinbar fehlt ihnen das Geld, um sie zu restaurieren. Es werde lieber Geld in neue Kirchen oder Moscheen gesteckt, aber nicht um die schönen historischen Kirchen zu erhalten.
Nach zwei Nächten verabschiedeten wir uns von der sehr gastfreundlichen Familie, welche uns ein gigantischen Schlemmerfrühstück zubereitet hat und fuhren weiter nach Apollonia. Unsere Erwartungen waren recht hoch an diesen Ort. Man trifft auf Gestein der griechischen, römischen und mittelalterlichen Zeit. Eine Kombination, die man wohl sozusagen gar nie antrifft. Der Eintritt kostet ALL 400.-/P. (CHF 3.50). Etwas überteuert für das was man antrifft, denn sehr viel zu sehen gibt es nicht. Somit empfehlen wir dies nur bedingt.

 

Der schöne Weg über den Llogara-Pass führte uns an die albanische Riviera. Wohl der schönste Küstenabschnitt am ionischen Meer in Albanien und vermutlich wird dieser Teil in den nächsten Jahren von Touristen überrannt werden. Allerdings werden sie dann ein richtiges Problem mit dem Verkehr haben, denn es gibt eine Strasse und die ist nicht sehr breit und auch nicht sehr gut. Generell trafen wir in Albanien immer wieder auf recht schlechte Strassen. Viele Löcher und teils Schotterpisten, sobald man sich von der Hauptachse wegbewegt.

In Livadh fanden wir einen Campingplatz am Meer (EUR 10.-/Nacht). Nur eine wenig befahrene Strasse trennte uns vom Steinstrand. Am nächsten Tag brachen wir unsere Zelte ab und fuhren zum Gjiepe Beach. Der angeblich schönste Strand an der albanischen Riviera. Man kommt nur mit einem 4WD bis zum Strand, ansonsten muss man das Auto oben parkieren (ALL 200.-/Tag) und etwa 15 Minuten runterlaufen. Wir machten uns zu Fuss auf den Weg und sahen unterwegs Bunker, welche am Hang gebaut wurden. Schon irgendwie speziell, wenn man immer wieder auf diese Bunker trifft und weiss, wozu diese gebaut wurden. Vom Strand hatten wir nach der herausragenden Vorankündigung im Reiseführer definitiv mehr erwartet. Er war zwar schön, aber nicht anders als die, die wir an der albanischen Riviera schon gesehen hatten. Uns fiel generell auf, dass die Strände von weitem echt schön aussehen. Betrachtet man sie aus der Nähe, ändert sich das Bild recht schnell. Zum einen sind es hauptsächlich Steinstrände, was wir nicht so bevorzugen und zum anderen liegt an den meisten Orten sehr viel Abfall und ist nicht sehr gepflegt. Wir waren uns uneins, wo wir die Nacht verbringen sollten und entschieden uns, wieder zum selben Campingplatz von der vorangehenden Nacht zurückzukehren. Ja, wir hätten das Zelt auch einfach stehen lassen können 😉

 

Ein ersehntes Ziel von Eik in Albanien war das zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Butrint. Die alte Ruinenstadt liegt ca. 20km südlich von Saranda und der Eintritt kostet ALL 700 (CHF 6.25/EUR 5.50). Die Lage von Butrint ist einmalig, denn die kleine Stadt liegt auf einer wunderschönen Halbinsel. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit vom 10. bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. Das besondere an diesem Ort ist wohl, dass nebst den Griechen, Römern, Venezianer, Byzantiner auch die Osmanen dort gelebt haben. Aus all diesen Epochen kann man Bauten wie ein Amphitheater, Tempel, Basilika, römisches Thermalbad, griechische Akropolis, hellenistisches Seetor, römische Bürgerhäuser, eine venezianische Burg und das Löwentor aus dem Mittelalter besichtigen. Diese geschichtliche Vielfalt in nur einer Stadt ist einmalig.
Unweit von Butrint verbrachten wir die letzte Nacht am ionischen Meer in Ksamil.

 

In einer Dokumentation auf Youtube über Albanien sind wir auf das Blue Eye (Syri i Kaltër) gestossen. Da es auf dem Weg nach Gjirokastra lag, wollten wir uns dies nicht entgehen lassen. Es ist eine Karstquelle und bis heute weiss man nicht, wie tief sie ist. Die Farbe des Wassers hatte verschiedene Blautöne, umgeben von vielen saftig grünen Bäumen und Sträuchern. Es sah total schön aus. Ein paar Tollkühne sprangen aus einer Höhe von zwei bis drei Metern in das knapp 13 Grad kalte Wasser. Der Eintritt in dieses kleine Paradies kostet ALL 200.- (CHF 1.80/EUR 1.60) und vom Parkplatz läuft man etwa 100m bis zur Quelle. Es ist kein grosses Areal, aber für einen Abstecher allemal lohnenswert. Man könnte dort sogar campen, aber unser Ziel war an dem Tag Gjirokastra zu erreichen.

 

Seit 2005 zählt Gjirokastra ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ähnelt dem Städtchen Berat. Für uns hatte Berat allerdings etwas mehr Charme und war noch nicht so touristisch. Hier merkte man, dass es mehr Touristenströme gibt, denn es gibt viele Souvenirläden und Restaurants. Auf dem Hügel thront die alte Burg, welche man auf jeden Fall besichtigen sollte. Von dort oben hat man ein herrliche Rundumsicht und leider sieht man beim näheren Betrachten auch die Abfälle, welche die Einheimischen lieblos in die Natur werfen. Der Eintritt in die Burg kostet ALL 200.- (CHF 1.80/EUR 1.60). Unsere Unterkunft lag im alten Stadtkern und auf unserem kleinen Balkon hatten wir einen schönen Ausblick auf die Burg. Im Tripadvisor suchte ich uns ein traditionelles albanisches Restaurant, wo wir ein sehr leckeres Abendessen für gerade mal EUR 20.- zu uns nahmen.
Am nächsten Morgen besichtigten wir zum Abschluss das Skenduli House, welches gleich gegenüber unserer Unterkunft liegt. Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist noch sehr gut erhalten. Man kann die verschiedenen Räume anschauen und bekommt ein Gefühl, wie sich das Leben vor einigen Jahrhunderten darin wohl abgespielt hatte. Sie verlangen EUR 2.- Eintritt, was in unseren Augen im Vergleich zu anderen Sehenswürdigkeiten in Albanien, etwas viel ist.

 

Wir denken, dass Albanien in den nächsten Jahren ein sehr hohes Potenzial hat in Bezug auf Tourismus. Die albanischen Gastgeber waren mit Abstand die herzlichsten und gastfreundlichsten an der ganzen Adriaküste. Die Unterkünfte und das Essen ist vom Preis-Leistungsverhältnis her top. Auf unserer Reise verpflegen wir uns üblicherweise selbst, aber in Albanien ist es günstiger, wenn man im Restaurant isst. Meistens zahlten wir für Nachtessen zwischen EUR 10.- bis 15.- für beide (inkl. Getränke). Eine schlechte Erfahrung haben wir nur an der ersten Tankstelle gemacht, als uns der Tankwart sagte, dass der Preis in Euro angeschrieben sei. Damals wussten wir nicht, ob es stimmt oder nicht und zahlten ihm den Preis in Euro. Ansonsten hatten wir nie ein negatives Erlebnis. Was die Albaner definitiv verbessern können bzw. müssen ist die Abfallproblematik und die Strassen. An so vielen Orten liegt neben der Strasse der Abfall. Wir konnten Leute beobachten, wie sie Plastikflaschen aus dem Auto warfen und in Tirana liessen ein paar Jugendliche ihre leeren Chipstüten einfach zu Boden fallen. Was für uns einfach nicht zusammen passt, sind die vielen Mercedes, BMW’s, Audis etc. mit dem Wissen, dass Albanien eher arm ist. Eik erfuhr von ausgewanderten Albanern, die gerade in Gjirokastra ihren Urlaub verbrachten, dass die Regierung den Marihuana-Anbau zweitweise legalisierten, weil es dem Staat so schlecht ging. Ob sie sich deshalb diese teuren Autos leisten können?! Auf jeden Fall müssen wir sagen, dass der Ruf von Albanien viel schlechter ist als das was wir in neun Tagen erlebt haben.
Am Freitag, 14. September 2018 verliessen wir Albanien und überquerten die Grenze nach Griechenland.

Die Route der Adriaküste entlang hat uns super gut gefallen. Es gibt so viele schöne Orte, die man besuchen kann. Unsere Empfehlung: geht ausserhalb der Hochsaison, damit es nicht so überlaufen ist. In Kroatien sind uns die hohen Eintrittspreise und Parkgebühren negativ aufgefallen, die man für Sehenswürdigkeiten bzw. in touristischen Orten wie Dubrovnik bezahlen muss. Während der ganzen Zeit hatten wir fantastisches Wetter und die Temperaturen lagen meist über 30 Grad.

Highlights: Dolomiten (IT), Piran (SLO), Höhlen von Škocjan (SLO), Plitvicer Seen (HR), Šibenik (HR), Split (HR), Mostar (BIH), Dubrovnik (HR), Kotor (MNE), Micha & Familie getroffen (HR), Tirana (AL), Berat (AL), insgesamt die wunderbare Adriaküste

Lowlights: Menschenmassen, „spezielle“ Busse in Bosnien & Herzegowina, recht hohe Preise in Kroatien für Touristenattraktionen/Parkplätze (Touristenabzocke), üble Verkehrsteilnehmer in Albanien, Abfallproblematik in Süd-Montenegro und Albanien

 

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