Am Freitag, 7. Dezember 2018 reisten wir in Mata-Mata wieder nach Südafrika ein. Somit brach auch unsere letzte Afrika Etappe an.

Die ersten sechs Tage verbrachten wir im Kgalagadi Transfrontier Park. Auf dem Campingplatz in Mata-Mata waren wir die ersten beiden Nächte, wo es uns richtig gut gefiel. Es war ein sehr einfacher Campingplatz, aber mit der nötigen Infrastruktur (Dusche etc.). Von unserem Spot hatten wir direkten Blick auf ein kleines Wasserloch, wo ab und zu ein paar Tiere vorbeischauten. Die Anzahl hielt sich aber sehr in Grenzen. Eine Erdhörnchenfamilie mit drei Jungen sorgte aber für Unterhaltung. Sie rannten rum, spielten miteinander und assen süss sitzend mit ihren kleinen Händchen. Wir haben unsere GoPro direkt vor ihre Höhle gestellt, wobei eines der Jungen so neugierig war, dass es diese umgeworfen hat.

Unsere Erwartungshaltung an den Park war recht hoch, denn wir hörten nur gutes und vor allem soll es viele Grosskatzen wie Löwen, Leoparden und Geparden geben. Unsere Empfindung nach zwei Tagen war allerdings eine andere. Generell gab es nicht so viele Tiere und schon gar keine Katze in Sichtweite. Zudem gingen wir davon aus, verschiedene Strassen fahren zu dürfen was nicht der Fall war. Viele sind beschränkt befahrbar oder nur dann, wenn man dort einen Campingplatz gebucht hat. So blieben uns nur ein paar wenige Strassen, was es etwas langweilig machte.

Auf der Fahrt zu unserem nächsten Campground „Twee Rivieren“ sahen wir ein paar wenige Tiere. Hauptsächlich Spring-, Gemsböcke, Strausse und Vögel. Einen Lucky Shot hatten wir als wir unter einem Baum einen Martial Eagle beim Fressen erwischten. Wir wissen nicht, was er ass, aber es war auf jeden Fall ein Vogel, denn die Füsse erkannten wir noch. Der Martial Eagle ist der grösste Adler in Afrika und ein wunderschönes Tier. Wir verweilten sehr lange bei ihm und beobachteten ihn, wie er sogar Knochen verspeiste.


Der Campingplatz Twee Rivieren grenzt an Botswana, war aber nicht besonders schön. Wir konnten jedoch die Gelegenheit nutzen und sehr günstig unsere Kleider waschen. Man könnte dort auch auf der botswanischen Seite übernachten. Diese ist, wie in Botswana üblich, nicht umzäunt.
Die Temperaturen waren inzwischen gesunken und es war nicht mehr ganz so heiss. Vor allem nachts wurde es wesentlich kühler, was zum Schlafen natürlich angenehmer war.

Am nächsten Morgen fuhren wir kurz nach halb 6 Uhr in der Früh los, weil wir hofften, so ein paar Grosskatzen zu sichten. Leider blieb es bei der Hoffnung. Dafür haben wir eine grosse Herde Springböcke gesehen, die alle gleichzeitig hoch- und runtergesprungen sind. Das konnten wir so noch nie beobachten und sah sehr lustig aus. Des Weiteren trafen wir auf einen Schakal, der an einem Knochen herumnagte. Dies entschädigte für das frühe Aufstehen.

Es ging weiter in Richtung Norden des Parks zum „Nossob Campground“. Dieser war etwas schöner, aber durch die Ferienzeit der Südafrikaner sehr voll. Wir ergatterten uns einen Spot am Rand, so dass wir nicht auf beiden Seiten die nächsten Camper hatten. Beim Campingplatz gibt es ein Wasserloch, welches man aus einer überdachten offenen Hütte gut beobachten kann. Wir setzten uns am Nachmittag mit unseren Notebooks dorthin, schrieben Blog und sortierten wieder Mal unsere unzähligen Fotos und Filme aus. Es war ein richtig schönes „Büro“, denn es kreuzten ab und an ein paar Tiere an der Wasserstelle auf.

Auch nach fünf Tagen im Park waren wir von der Tiervielfältigkeit her nicht so begeistert. Jedoch sichteten wir nun endlich drei Geparden, die im Schatten rumlagen. Unsere ersten Katzen im Park! Es sind schon sehr eindrückliche Tiere, wenn man sie in freier Wildbahn beobachten kann, auch wenn sie meistens nur faul rumliegen und sich kaum bewegen 😉

Am nächsten Tag starteten wir um 5.30 Uhr gleich bei Gateöffnung eine Morning Safari. Ob die Geparden vom Vortag auf der Jagd sind? Auf der Fahrt zum Sichtungsplatz des Vortages sahen wir sozusagen keine Tiere. Wir dachten, die sind am Morgen aktiv? Aber nicht in diesem Park und oder nicht an diesem Tag. Vielleicht war es auch einfach Pech.

Nach zwei Nächten auf dem Nossob Campingplatz ging unsere Fahrt wieder in Richtung Süden, da wir dort den Park verlassen werden. Würde man nördlich fahren, käme man nach Botswana. Der Kgalagadi Transfrontier Park gehört nämlich teils zu Südafrika und teils zu Botswana.

Auf dem Weg hielten wir wie immer unsere Augen offen, denn wir wollten unbedingt nochmal Katzen sehen. Es soll vor allem viele Löwen geben und diese würden wir wirklich gerne noch entdecken. Jedoch war weit und breit kein Löwe oder Leopard in Sicht. Im nächsten Moment bremste Eik und legte den Rückwärtsgang mit einem riesigen Lächeln im Gesicht ein. Ich schaute ihn fragend an und ein paar Sekunden später, erblickte ich auch, was er sah. Es lagen zwei Geparden sehr nahe an der Strasse im Schatten. Yesss! Unweit von ihnen entfernt lag ein toter angeknabberter Springbock. Vermutlich ergatterten sie diesen am Morgen, denn das Blut war bereits eingetrocknet und das Tier lag in der brütenden Sonne. Es ist immer die Frage, wie lange man an einem solchen Ort warten muss, bis sie sich bewegen oder weiterfressen. Wir warteten etwa eine Stunde, bevor sie das Tier weiter verzehrten. Zuerst zogen sie es in den Schatten und dann begann das grosse Schmatzen. Unglaublich nahe konnten wir dies mitverfolgen und lange Zeit waren wir die einzigen Zuschauer. Ihre Bäuche wurden richtig dick und rund. Geparden sind ja sehr schlanke Tiere, weshalb der Bauch so mehr zur Geltung kam. Leider war es Zeit aufzubrechen, denn das Gate schloss in Kürze und wir mussten noch ein paar Kilometer bis dorthin zurücklegen. Wir wollten gerade losfahren als sich der eine Gepard Mitten auf die Strasse legte. Wäre noch interessant zu wissen, was er damit bezwecken wollte. „Schaut her, mein dicker Bauch.“ 😉

Die letzte Nacht verbrachten wir nochmals auf dem Twee Rivieren Campground, welcher beim südlichen Ein-/Ausgangsgate liegt.
Am nächsten Morgen starteten wir einen letzten Game Drive im Park und hofften nun endlich auf Löwen zu stossen. Manchmal hat man Glück und manchmal hat man Pech. Dies mussten wir definitiv in Afrika feststellen. Wir hatten so viele Zufallsmomente, wo wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, aber auch viele „Leerläufe“, wo wir kaum was gesehen haben. Ein Löwe blieb uns in dem Park verwehrt 🙁 . Bevor wir den Park verlassen konnten, mussten wir noch offiziell in Südafrika einreisen. In Mata-Mata gibt es nämlich nur eine Border Control von Namibia für die Ausreise und es müssen alle nach Twee Rivieren, um in Südafrika einzureisen, ausser man geht nach dem Parkbesuch wieder zurück nach Namibia. Es ist aber problemlos möglich, ein paar Tage im Park zu verbringen, ohne dass man in Südafrika offiziell eingereist ist.

Wir verliessen den Kgalagadi Transfrontier Park nach sechs Tagen mit gemischten Gefühlen. Klar, wir hatten ein paar echt coole Tiersichtungen beim Fressen (Adler, Schakal und Geparden), aber dafür dass er von anderen so gelobt wurde, hätten wir mehr Grosskatzen erwartet. Vielleicht hatten sie auch einfach keine Lust, sich uns zu zeigen 😉


Über Upington ging es weiter zu den Augrabies Falls. In Upington konnten wir nach sechs Tagen wieder mal unsere Vorräte aufstocken und ich freute mich schon auf ein feines Nachtessen. In den letzten Tagen beschränkte es sich auf zwei Menüs. Menü 1: Tomaten-Feta-Salat und Menü 2: Bier und Chips. Am späten Nachmittag checkten wir beim Campingplatz der Augrabies Falls ein, schauten kurz zum Wasserfall und kochten sogleich, da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten. Wir hatten uns Salat und ein Chicken-Schnitzel mit Spinat-Feta zubereitet. Kaum sassen wir gemütlich am Tisch, kamen die ersten Affen. Ich räumte alles vom Tisch, was wir nicht mehr brauchten wie Olivenöl, Balsamico etc. Die Grünmeerkatzen turnten auf der Wiese rum und es war amüsant, ihnen zu zuschauen. Während ich beim Abräumen der nicht mehr gebrauchten Utensilien war, sagte ich zu Eik, er solle bitte jetzt nicht weggehen. Zwischen dem Tisch und dem Auto lagen zwar nur etwa zwei Meter, aber die Affen können schnell sein. Als ich mich wieder umdrehte, lief Eik zur Fahrerkabine, um seine Kamera zu holen. Ein Augenzwinkern später nahm ein Affe bereits Anlauf, stürzte sich auf unseren Tisch, klaute uns ein Chicken-Schnitzel vom Teller, schmiess das andere runter und rannte davon. Obwohl ich nur etwa einen Meter davon entfernt stand, konnte ich unmöglich reagieren. Irgendwie noch amüsant, wenn ich jetzt so drüber schreibe, aber ich hatte mich so auf das Essen gefreut. Endlich mal wieder etwas anderes, leckeres, aber es war mir vergönnt 🙁 Inzwischen waren wir auch schon von rund zehn Affen umringt und das Essen war alles andere als gemütlich. Wir konnten die Affen nicht vertreiben, im Gegenteil, sie wurden sogar etwas aggressiv bei unserem Versuch, sie zu vertreiben. Affen mögen interessant sein, sie beobachten zu können, aber nicht, wenn sie einem fast anfallen.
Die Augrabies Falls sind schön anzuschauen und man kann recht weit dem Fluss entlang nachlaufen. Zu dem Zeitpunkt, wo wir da waren, hielt sich die Wassermenge in Grenzen. Beim Eingang hängen Bilder, wo das Wasser bis zu den Fussgängerwegen steht und das ist sehr hoch, denn wir konnten in die Schlucht hinunter schauen.
Wieder erwarten konnten wir dort sogar einen Game Drive machen. Selbstverständlich unternahmen wir diesen am Abend und sahen kurz nach dem Start bereits eine Giraffe. Ansonsten trafen wir hauptsächlich auf Kudus und Springböcke. Die Landschaft ist einmalig, denn es fühlt sich so an, als wäre man auf dem Mond. Auf jeden Fall lohnenswert, eine kleine Runde zu drehen.


Am Folgetag standen knapp 600km auf dem Programm. Von den Augrabies Falls ging es über Campbell zum Mokala Nationalpark. Trotzdem, dass wir quasi nur durchgefahren sind, konnten wir die Landschaft geniessen. Es erinnerte uns ans Australische Outback, denn an vielen Orten hatte es roten Sand, karge Ebenen und kaum Menschen.
Im Mokala Nationalpark buchten wir zwei Nächte im Voraus. Der Motswedi Campground besitzt nur sechs Plätze und alle waren besetzt. Direkt beim Campingplatz liegt ein Wasserloch, wo wir viele Tiere beim Trinken beobachten konnten. Jeder Platz hatte eine eigene Dusche/WC und eine kleine Küche mit Kühlschrank.
Der Nationalpark zählt zu den jüngsten Parks in Südafrika und mit seiner Grösse ist er klein aber fein. Für uns ist der Park ein Geheimtipp. Noch nie hatten wir so gut ausgeschilderte Strassen wie dort. Die Strassen selber waren auch in hervorragendem Zustand. Auf Grosskatzen trifft man nicht, denn es gäbe in der Nähe noch Bauern und vermutlich würden sie sich weniger darüber freuen. Dafür gibt es viele verschiedene Antilopenarten, Giraffen, Büffel, Zebras, Rhinos, Affen etc. Auch eine Antilopenart, die es nur dort gibt, erblickten wir am letzten Tag. Ein Stop lohnt sich definitiv beim „Bird Hide“. Zwar hat es nicht so viele Vögel, wie es der Name besagt, aber durch das Wasserloch zieht es viele Tiere an. Es ist eine überdachte Hütte, wo man es auch bei heisseren Temperaturen problemlos aushält. Theoretisch könnte man in der Hütte auch auf einfachen Betten übernachten (nur mit Reservation). Wir genossen die letzten Tag in einem Nationalpark mit Tieren, denn es war der letzte auf unserer Afrikatour 🙁


Nach einem letzten Morning Drive machten wir uns auf den Weg, denn wir hatten einen langen Fahrtag mit 500km vor uns. Über Kimberley und Bloemfontein steuerten wir die Golden Gate Highlands an. Eine ganz andere Landschaft mitten in den Bergen mit viel tieferen Temperaturen. Golden Gate Highlands ist ein wunderschönes Gebirge, welches auf 2’000m liegt. Ein extremer Gegensatz zu den letzten zwei Monaten. Der Campingplatz überfüllt und nicht sehr gemütlich. Wahrscheinlich hatte es so viele Leute wegen dem Feiertagswochenende.


Next stop: Drakensberge. Eine bis zu 3’482m hohe und über 1’000km langen Bergkette, wo die Gipfel aussehen wie Sperrspitzen. Kurz nachdem wir auf dem Royal Natal Mahai Campingplatz eingecheckt haben, setzte der Regen ein. Es wurde uns bewusst, was für ein Wetterglück wir die letzten zwei Monate hatten, denn campen im Regen fetzt einfach nicht. Glücklicherweise regnete es nicht den ganzen Abend und am nächsten Morgen war das Wetter auch schon viel freundlicher. Wir fuhren zum Giant Castle, wo wir nach einem kurzen Spaziergang von 30-40 Minuten zu den Höhlen kamen, wo man Felsmalereien bestaunen kann. Sie sind 900 Jahre alt und man muss dazu einen Guide buchen, der einem die Malereien erklärt (Eintritt kostet ZAR 50.-/P. (CHF 3.50)). Die Malereien waren nicht der Wahnsinn, aber es tat uns so gut, unsere Glieder nach so langer Zeit wieder mal bewegen zu können 😉

Nun war es soweit: unsere letzte Nacht im Dachzelt. Diese verbrachten wir auf der grossen Wiese einer Backpacker Lodge mit Sicht auf die Drakensberge. Da wir den Camper am nächsten Tag abgeben mussten, stand auch das Packen und Reinigen auf dem Plan. Anschliessend gönnten wir uns ein Bier in der gemütlichen Bar des Hostels.


Nachdem wir 13’000km in 62 Tagen zurückgelegt hatten, trafen wir in Johannesburg ein, wo wir den Camper bei Britz abgeben mussten. Bis auf das Problem mit dem Tank waren wir absolut zufrieden mit dem Camper und wir hatten jede Menge Spass auf unserer Reise. Im 1.20m breiten Dachzelt haben wir auch viel besser geschlafen, als wir im Vorfeld dachten. Weder Eik noch ich fiel aus dem Zelt oder von der Leiter 😉 Somit war es irgendwie traurig, dass es „schon“ wieder vorbei war. In Afrika hat es uns richtig gut gefallen und im Ranking unserer bereisten Länder steht vor allem Botswana und Südafrika ganz weit oben. Bei den vielen Tierbeobachtungen blühten wir beide auf und Eik versteht nun endlich, warum mir eine Felswand nicht soviel zurück gibt, wie Tiere 😉 Sie in Interaktion untereinander sehen zu können und fast täglich auf der Suche nach neuen Tierbegegnungen hatten wir beide eine Menge Spass. Afrika, wir kommen wieder, ganz sicher!

Nachdem wir die letzte Nacht in einem Hotel in Flughafennähe verbrachten, traten wir am wir am Donnerstag, 20. Dezember 2018 unsere Rückreise in die Heimat an. Gemeinsam flogen wir nach Doha (Qatar), wo wir uns für eine Woche verabschieden mussten. Ich hatte in Doha einen Aufenthalt von drei Stunden und Eik von 17 Stunden. Mein Flug ging nach Zürich und Eik’s nach Berlin. Durch den langen Aufenthalt hatte Eik noch die Gelegenheit, sich Doha anzuschauen. Allerdings war vieles geschlossen, da es Freitag war und im Islam bedeutet dies Sonntag, was sehr ernst genommen wird. Somit waren alle Sehenswürdigkeiten geschlossen.


Morgens um 6.30 Uhr landete mein Flieger in Zürich, wo mich meine liebe Cousine herzlich empfing. Vor drei Jahren waren wir über die Weihnachtstage zuletzt in der Heimat und nun konnten wir wieder mal mit unseren Familien und Freunden feiern.
Am Freitag, 28. Dezember 2018 verabschiedeten wir uns Zuhause wieder und brachen für die letzte Etappe unserer Weltreise auf.

Wer wissen möchte, welche Campingplätze und Nationalparks uns auf der Route wie gefallen haben, kann sich dies hier durchlesen. Auch die Preise zu den Campgrounds und Nationalparks sind darin enthalten.

Highlights: Geparden beim Fressen beobachten zu können, Mokala Nationalpark, Drakensberge

Lowlights: Bewegungsmangel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.