Nachdem wir die Weihnachtstage mit unseren Freunden und Familien verbracht hatten, hiess es ein letztes Mal Abschied nehmen für unsere letzte Etappe auf Weltreise. Am Freitag, 28. Dezember 2018 waren wir in unseren Heimatländern bereits wieder auf dem Weg zum Flughafen. Eik flog am Morgen von Leipzig/Halle nach Zürich, wo ich ihn freudig erwartete. Die Vorfreude wich allerdings und machte meiner Nervosität Platz. Nein, ich war nicht nervös wegen Eik 😉 , sondern wegen der Tatsache, dass sein Flug Verspätung hatte. Wir dachten, dass eine Umsteigezeit in Zürich mit 1,5h locker reichen würde. Sein Flieger landete jedoch mit einer Verspätung von 45 Minuten und kurz darauf war bereits Boardingzeit für den Weiterflug nach Bangkok. Dummerweise war der Abflug im Gate E, was noch ein längerer Weg bedeutete, weil man zum einen mit der Bahn fahren und zuvor durch die Passkontrolle muss. Es hatte so viele Leute am Flughafen und ich zitterte, ob er es wirklich schaffen würde… Wenn nicht, müsste ich alleine fliegen, denn sonst würden wir auch mein Ticket verlieren. Das wäre grundsätzlich kein Problem gewesen, aber es stellte sich die Frage, wann und zu welchem Preis Eik nachkommen könnte. Das Boarding war bereits im Gange… Und jaaaa, er hatte es tatsächlich geschafft! Viel schneller als erwartet und ich war einfach nur unglaublich froh 🙂 Da wir nur mit Handgepäck unterwegs waren, klappte es, ansonsten wäre es unmöglich gewesen. Ja, richtig gehört, wir reisen dieses Mal mit Handgepäck durch Asien. Das ermöglicht uns Einsparungen bei den Flügen, da die meisten Airlines fürs Gepäck einen Aufpreis verlangen. Zudem ist es viel angenehmer zu reisen, wenn man nicht soviel rumschleppt.

Mit Rückenwind landeten wir eine Stunde früher in Bangkok, so dass wir anstelle von elf nur zehn Stunden geflogen sind. Um uns zuerst etwas akklimatisieren zu können, hatten wir für 7 Nächte ein Airbnb gebucht. Die nette Gastgeberin hatte uns von der Metro Station abgeholt und sogar bereits am Morgen gleich ins Appartment reingelassen, obwohl die Check-in Zeit am Nachmittag gewesen wäre. Selbstverständlich waren wir sehr dankbar, denn so konnten wir uns gleich eine Runde hinlegen. Das Einzimmerapartment mit Küche lag im 15. Stock. Im 8. Stock hatte es einen Infinity Pool und im 38. ein Rooftop, wo man sich draussen verweilen konnte. Die Unterkunft lag super, denn wir konnten zum einen mit der Fähre, welche gleich nebenan ablegte in die Innenstadt sowie auch mit der MRT, welche ebenfalls nur 5 Minuten Fussweg entfernt lag.
Wir liessen es die Tage gemütlich angehen und hatten ganz schön mit dem Jetlag zu kämpfen. Fast täglich gingen wir in die Massage. Für eine Stunde zahlt man THB 200.-, was gerade mal CHF 3.- entspricht.

Am ersten Abend regnete es kurz und heftig. Die Strassen bei unserem Airbnb standen unter Wasser und überfluteten teils das Trottoir. Wie kleine Akrobaten schlängelten wir uns an den nicht so gefluteten Stellen bis zum Gebäude durch. Wie würde es wohl aussehen, wenn es mal länger regnet?!

Da wir bereits vor zwei Jahren in Bangkok waren, fanden wir uns sehr schnell wieder zurecht und hatten auch nicht das Bedürfnis permanent auf der Pirsch zu sein. Es war sowieso an der Zeit, dass wir uns mal überlegten, wohin unsere letzte Reiseetappe gehen soll. Das einzige, was wir zudem Zeitpunkt gebucht hatten, waren sieben Tage in Bangkok. Ideen hatten wir und so lasen wir uns in die verschiedenen Länder und Routen ein. Eine sehr zeitintensive Angelegenheit, welche aber auch viel Freude bereitet. Wie meistens merkten wir recht schnell, viel zu wenig Zeit zu haben. Das begleitete uns schon während der ganzen Weltreise und immerhin sind wir nun über zwei Jahre unterwegs. Was wir relativ schnell festlegen konnten, war unser Heimreisedatum. Etwas später als angenommen, aber hätten wir das nicht definiert, kämen wir wohl erst Ende Jahr zurück 😉

Zweimal gönnten wir uns das All you can eat Buffet „Oishi Grand“ im Siam Paragon Shopping Mall. Wir schlemmten uns durch das leckere Buffet, wo es Sushi, Sashimi, Teppanyaki, Desserts etc. gibt. Eines der besten Buffets ever. Man darf 2,5h bleiben und zahlt THB 995.-/P. (CHF 31.-). Für asiatische Verhältnisse eher teuer, aber absolut lohnenswert.

Ein Besuch im Chinatown lohnt sich auf jeden Fall. Man kann sich gut verweilen und günstig in die Massage gehen 🙂 . Viele Strassen mit Restaurants und Ständen laden zum Schlendern und Entdecken ein. Unschön ist nur, dass die meisten Strassen nicht autofrei sind.


Unser dritter Silvester auf Weltreise stand vor der Türe. Wir gingen in die Innenstadt, wo sie eine Strasse sperrten, ein DJ-Pult aufstellten und eine grosse Countdownuhr. Es war 22 Uhr und die Menschen strömten in grossen Massen dorthin. Wir waren auch dort, aber nur kurz. Es war uns zu voll und nirgends konnte man sich etwas zu trinken kaufen oder wir haben es schlichtweg nicht gefunden. Da uns die Airbnb Gastgeberin geschrieben hatte, dass wir auch zum Rooftop im 38. Stockwerk hoch könnten, kauften wir uns in einem 7/11 Bier und gingen „Nachhause“. Inzwischen war es kurz vor Mitternacht und wir fuhren mit dem Fahrstuhl in den 38. Stock. Nur leider standen wir vor verschlossenen Türen. Scheinbar ist das Dach doch wie immer ab 21.00 Uhr geschlossen. Wir entschieden uns deshalb für unseren kleinen Balkon im 15. Stock. Um Mitternacht sahen wir in der Ferne ein paar Feuerwerksraketen gen Himmel steigen. Nach drei Minuten war es bereits vorbei. Da war es nun: das Jahr 2019. Wie die Zeit vergeht… Wir sind gespannt, was uns dieses Jahr erwartet 🙂

Am zweitletzten Tag in Bangkok besuchten wir den Königspalast. Der Eintritt kostet THB 500.-/P. (CHF 15.-), was wir für das gebotene als etwas teuer empfanden. Wir dachten, dass der Palast grösser ist. Schön sieht er auf jeden Fall aus, jedoch strömen auch hunderte von Menschen rein. Man darf nur mit langen Hosen/Rock und schulterbedeckten T-Shirts rein. Eik musste sich im Shop nebenan noch kurz eine Hose für THB 100.- (CHF 3.-) kaufen, den mit seinen Shorts wurde ihm der Zutritt verwehrt.


Die Preise der öffentlichen Verkehrsmittel in Bangkok sind unglaublich günstig. Der Bus vom Airbnb zum Königspalast (Fahrzeit etwa 45 Minuten) kostet gerade mal THB 6.50/P. (CHF 0.20). Die Fähre in die Innenstadt: zwischen THB 13.- und 21.-/P. (CHF 0.40 – 0.65) und die MRT (Metro) je nach Strecke zwischen THB 20.- und 30.-/P. (CHF 0.60 – 0.90).

Im Süden Thailands wütete der stärkste Sturm seit 50 Jahren, wo bis zu 5m hohe Wellen erwartet wurden. Wir waren froh, dass wir uns für die Weiterreise nach Nordthailand entschieden hatten.
Am Samstag, 5. Januar 2019 bestiegen wir den Zug nach Phitsanulok, welcher mit 20 Minuten Verspätung losfuhr. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es günstiger ist, das Ticket am Bahnschalter zu lösen als teils auf Online Plattformen. Wir zahlten am Schalter fürs Ticket THB 479.-/P. (CHF 15.-) und über das eine Portal hätte es CHF 22.-/P. gekostet. Der Bahnhof Hua Lamphong in Bangkok liegt nicht so weit von Chinatown entfernt, weshalb man es mit einem Besuch dort gut verbinden kann.

Im Zug wurden wir mit Essen und Getränken versorgt und ich nutzte die fünf stündige Fahrt, um endlich die Blogs für Namibia, Südafrika sowie den Anfang von Thailand zu schreiben. In Afrika, wie auch Zuhause fehlte mir die Zeit und die Muse dazu. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass wir den Express Zug erwischt hatten und der 1-2h weniger lang brauche. Natürlich ist er auch etwas teurer (keine Ahnung wie viel) und vielleicht kriegt man bei dem auch keine Verpflegung.

In Phitsanulok hatten wir zwei Nächte im Karma Home Hostel gebucht. Dort trafen wir auf den besten und nettesten Hostelbetreiber ever. Mark kommt aus England, lebt seit 17 Jahren in Thailand und betreibt seit zwei Jahren dieses Hostel. Er hat uns sehr viel erklärt, was wir in der Umgebung unternehmen können und uns sogar zum Night Market mitgenommen, welcher jeweils am Samstag stattfindet. Eine Praktikantin kam mit uns zu ein paar Sehenswürdigkeiten und erklärte uns Dinge dazu. Zudem haben wir etwas von der thailändischen Kultur gelernt. Zum Beispiel war uns nicht bekannt, dass sich Thais in der Öffentlichkeit nicht küssen. Wenn sie heiraten möchten, muss der zukünftige Ehemann den Brauteltern Geld bezahlen um zu beweisen, dass er gut für die Tochter sorgt. Dies könne ein Betrag sein von etwa THB 1’000’000.- (CHF 30’600.-) oder mehr. Es gäbe keine Richtlinien wie viel er zahlen müsse, aber die Brauteltern könnten eine Heirat ablehnen, wenn sie es als zu wenig betrachten. Momentan sei ein Wandel in der Geschichte, so dass nicht mehr alle heiraten, was früher normal war.

Mark hatte uns empfohlen in die 106km entfernte Provinz Phetchabun zu gehen, da es dort spezielle Buddhastatuen (Wat Phra That Pha Kaew) und mit Mosaiksteinen besetzter Tempel (Wat Prathat Phasornkaew) gäbe. Mit dem Bus fuhren wir morgens in die Nähe (THB 75.-/P. – CHF 2.30) und liefen das letzte Stück der Strasse entlang. Es gab kein Trottoir, was das laufen etwas unangenehm machte, denn es hatte regen Verkehr. Ein kleiner rosaroter Transporter mit einer Ladefläche hielt und fragte uns, ob wir mitfahren wollen. Ein kurzer Sprung auf die Ladefläche und los gings. Noch nie sind wir per Anhalter gefahren und wir haben ja nicht mal für eine Mitfahrt gestoppt. Mark meinte, dass sei absolut sicher und unproblematisch. Der Tempel mit den vielen Mosaiken sowie die sitzenden Buddhas sahen echt mega cool aus. Im Hintergrund hat man noch eine schöne Berglandschaft. Der Ausflug dorthin hat sich absolut gelohnt und sie wollten nicht mal Eintritt haben.
Wir entschieden uns per Anhalter nach Phitsanulok zurückzufahren. Kurz nach dem grossen Parkplatz versuchten wir unser Glück, denn wir wussten, dass alle Autos zur Hauptstrasse runterfahren würden. Nach 3 Minuten sassen wir auf der Ladefläche eines Pickups, welcher uns mitnahm. An der Hauptstrasse stiegen wir aus, denn er fuhr in eine andere Richtung. Wir waren uns nicht so sicher, ob wir die über 100km per Autostop zurücklegen wollten, aber wussten, dass ja auch irgendwann wieder ein Bus nach Phitsanulok fahren würde. Somit liefen wir in Richtung Bushaltestelle. Auf dem Weg fand Eik ein Stück Karton und er meinte: „Lass uns Phitsanulok draufschreiben“. Bei einem 7/11 Laden fragten wir nach einem Stift und liessen den Ort auch gleich noch auf thailändisch draufkritzeln. Mit Englisch kommt man nämlich teilweise nicht ganz soweit. Mit dem Schild bewaffnet standen wir nun an der Strasse und wir gaben den Autofahrern das Zeichen für Autostop. Das ist hier nicht Daumen hoch, sondern ein Winken mit gesenktem Arm. Niemand hielt an und nach etwa 5-10 Minuten setzten wir uns an der Bushaltestelle hin, denn der nächste Bus fuhr eine halbe Stunde später. Auf der anderen Strassenseite verkauften sie Mandarinen und um da rüber zu kommen, muss man über eine Fussgängerbrücke gehen. Ich machte mich auf den Weg, um welche zu kaufen und als ich auf der Brücke oben ankam, blickte ich runter und sah Eik, wie er mir zuwinkte. Daneben stand wieder ein Pickup. Da hat wohl jemand angehalten! Ohne Mandarinen eilte ich zurück und es war ein thailändisches Pärchen, die uns tatsächlich bis nach Phitsanulok mitnehmen wollten. Wie cool ist das denn und wir waren nicht mal mehr am Autostoppen. Eik erzählte, dass auch ein anderer angehalten hätte und auf einen Zettel geschrieben habe, dass bald ein Bus komme. Wow, die Thais sind echt total nett und hilfsbereit. Nun sassen wir auf der Ladefläche des Pickups und brausten in Richtung Hostel. Den Fahrstil möchte ich hier nicht weiter kommentieren, aber wir sind heil angekommen 😉 Rund 7km vor unserem Hostel hielten sie an, denn sie mussten in eine andere Richtung. Wir standen nun an einer stark befahrenen 4-spurigen Strasse und hatten nicht so Lust, dort entlang zu laufen. Na dann, versuchen wir unser Glück nochmal per Anhalter zu fahren. Während dem Gehen, winkten wir und 5 Minuten später sassen wir bereits wieder bei Thais im Auto. Ja, diesmal tatsächlich im Auto und nicht auf einer Pickup Ladefläche. Eine Mutter mit zwei Kindern (8 und 13) nahm uns mit. Die 13-jährige konnte ein kleines bisschen Englisch, dennoch war es mega schwierig, ihnen zu erklären, wo wir hinwollten. Selbst mit dem Karten App war es nicht einfach. Das Mädchen fragte uns, woher wir stammen und dann sagte sie zu mir: „You’re so beautiful“. Ihre Mutter doppelte kurze Zeit später nach. Mit meinem total zerzausten Haaren von der langen Fahrt auf der Ladefläche, fühlte ich mich nicht gerade wie eine Beauty, aber es war sehr süss von ihnen. In der Nähe unseres Hostels liessen sie uns kurze Zeit später raus. Ja, nun können wir bestätigen, dass das Fahren per Anhalter in Thailand total ungefährlich ist, aber dennoch ist es nicht unsere bevorzugte Transportart.

In Phitsanulok gibt es eine gratis Sauna, welche von 15.00 – 20.00 Uhr geöffnet ist. Sie heizen diese mit Holz an. Männer und Frauen sind getrennt und es scheint wohl sehr beliebt zu sein bei den Einheimischen. Eik verbrachte dort auch ein paar Stunden 😉

Es ist uns aufgefallen, dass die Leute in diesem Ort unglaublich freundlich sind. Fast alle haben uns angelächelt und auch wenn man sich häufig nicht so gut verständigen kann, geht es mit Händen, Füssen und einem Lächeln immer.

Als Abschluss in diesem sehr gemütlichen Ort, machten wir eine kleine Fahrradtour zu den grossen Wasserlilien. In etwa 4km Entfernung kann man die riesigen Lilienblätter betrachten und zahlt einen kleinen Zustupf von THB 10.- (CHF 0.30) für den Unterhalt der Anlage. Für THB 100.- könnte man sich auch draufstellen, was wir aber nicht getan haben.
Am Nachmittag begleitete uns Mark zur Busstation, denn für uns ging die Reise weiter nach Sukothai. Im ersten Moment fanden wir es etwas zu viel des guten, dass Mark extra mitkommt, doch als der Bus heranfuhr und dieser nur auf thailändisch angeschrieben war, waren wir nicht unglücklich über seine sehr zuvorkommende Art. Die Fahrt nach Sukothai dauerte etwas mehr als eine Stunde und kostete THB 39.-/P. (CHF 1.20).


Unser Hostel lag in Sukothai direkt neben dem Busterminal, was natürlich ideal war. Von dort kommt man auch mit einem kleinen offenen Bus zur „Old City“ für THB 30.-/P. (CHF 0.90) pro Weg. Dies stand am kommenden Tag auf unserem Programm. Der Eintritt in die alte Stadt kostet THB 100.- (CHF 3.-). Man könnte sich auch ein Fahrrad ausleihen, aber wir entschieden uns für den Fussweg. Keine Ahnung, was die Fahrradmiete gekostet hätte. Der Eintritt fürs Fahrrad kostet noch zusätzliche THB 10.- (CHF 0.30). Leider war an diesem Tag der Himmel sehr bedeckt und keine Sonne in Sicht. Sehr schlechtes Fotowetter 🙁 Bei einer kurzen Kaffeepause setzte der Regen ein. Zuerst nur ein paar Regentropfen, bevor ein Gewitter über unseren Köpfen vorbeizog. Wer schon mal in Asien war, weiss wie stark es regnen kann. Um das kleine Restaurant haben sich nun kleine Seen gebildet. Da es nicht so aussah, als würde es demnächst besser werden, verzehrten wir dort noch ein leckeres Mittagessen. Kurze Zeit später fielen nur noch ein paar Tropfen, so dass wir weitergehen konnten. Die Altstadt sieht noch schön aus und besteht aus ein paar alten Tempelanlagen mit vielen Buddhas. Nur deswegen nach Sukothai zu fahren, lohnt sich unserer Meinung nach allerdings nicht.


Nach zwei Nächten in Sukothai fuhren wir mit dem Bus weiter nach Chiang Mai (THB 207.-/P. – CHF 6.30), was 6h dauerte.
In Chiang Mai verbrachten wir 4 Nächte und liessen es ruhig angehen. Man kann verschiedene Tempel besichtigen, sich massieren lassen, fein Essen und abends auf den Night Market gehen. Man kann auch diverse geführte Ausflüge buchen, wo es z. B. in ein Elefanten Sanctuary oder ähnliches geht. Das ist allerdings nicht so unser Ding, weshalb wir uns einfach an einem Tag einen Roller gemietet hatten (THB 250.- / CHF 7.60 für 24h) und mit dem in Richtung Hmong Village gefahren sind. Wir stellten und dies idyllisch in der Natur vor. Mal raus aus dem Lärm und den Abgasen der Stadt. Schnell mussten wir allerdings feststellen, dass dies wohl auch eines der Touriausflugsorte ist, so dass es überall recht viel Verkehr und viele Leute hatte. Generell hatten wir uns Chiang Mai im Vorfeld als kleinere gemütliche Stadt vorgestellt. Das war aber ganz anders, denn fast in jeder Strasse hatte es Roller, Autos und Tuktuks, die herumbrausten. Wir hatten das Glück, dass sich unser Hostel (Villa Vacay) in einer ruhigen Ecke befand. Unser Zimmer glich zwar eher einem Loch, aber es hatte eine schöne Terrasse zum Verweilen.

Wir nutzten die Zeit auch, um unsere Wunschdestinationen „Französisch Polynesien“ und „Cook Islands“ für April/Mai 2019 zu buchen. Macht man dies auf eigene Faust und möchte man es möglichst günstig haben, ist es mit viel Zeitaufwand verbunden. Und günstig geht es definitiv nicht auf diese Trauminseln. Da wir dies bereits vor unsere Weltreise auf dem Radar hatten, wollten wir uns dies als eines der letzten Destinationen gönnen. Mehr dazu gibt es dann im entsprechenden Blog.


Bereits vor zwei Jahren wollten wir einen Yoga-Retreat machen. Jedoch war es damals irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt oder wir fanden keinen geeigneten Retreat. Nun stiessen wir auf der Seite https://www.bookyogaretreats.com/de auf einen, welcher in Doi Saket (Nähe von Chiang Mai) durchgeführt wird und das in einem idealen Zeitraum für uns. So buchten wir diesen und waren gespannt, was uns erwartet. Am Sonntag, 13. Januar 2019 reisten wir an, wo wir von einer Thailänderin begrüsst wurden. Die Unterkunft lag idyllisch im Grünen und nur von weitem hörte man den Verkehr.
Mike und Shashi trafen ein, welche das Retreat durchführten. Mike ist Deutscher und Shashi stammt aus Indien. Eine Deutsche besuchte ebenfalls das Retreat, allerdings für einen Monat, da sie eine Yogalehrer-Ausbildung absolvierte. Bereits am ersten Abend starteten wir mit einer ersten Meditationssession, was für uns Neuland war. Wir sollen versuchen an nichts zu denken und uns nur auf den Atem zu konzentrieren. Dabei im Schneidersitz gemütlich auf einer dünnen Matte sitzen. Klingt nicht so schwierig, ist es aber doch. Versucht mal, möglichst lange nichts zu denken und euch nur auf die Atmung zu konzentrieren. Man erwischt sich immer wieder, wie man in Gedanken abschweift und das bereits nach ein paar wenigen Atemzügen. Und im Schneidersitz für längere Zeit bequem sitzen? Na ja, irgendwann schmerzt irgendwas.
Jeden Morgen starteten wir um 6.30 Uhr und der Abend endete um ca. 21.00 Uhr. Täglich hatten wir 4h Yoga und etwa 2h Meditation. Zusätzlich lernten wir auch einiges aus der Theorie. So lasen wir aus der Bhagavadgita, lernten etwas über unser Verdauungssystem, lernten Sanskrit schreiben und lasen Mantras. Wem das zu viele Fremdbegriffe waren, kann ich beruhigen. Das alles sagte mir vorher auch nichts. Die Tage waren intensiv, aber wir waren begeistert von diesem Retreat. Noi, der die Unterkunft gehört, bekochte uns mit dem besten thailändischen Essen, was wir jemals verspeisen durften. Was ebenfalls total schön war, waren die heissen Quellen, welche in 20 Minuten zu Fuss zu erreichen waren. Frauen benötigen einen Sarong (Tuch zum Drumwickeln), aber die Männer können sich in ihren Badehosen zeigen. Fair oder unfair? Wie auch immer. Ich konnte mir von Noi netterweise einen Sarong ausleihen 🙂 Massage hatten sie dort ebenfalls sehr preiswert im Angebot. Es ist unser Ziel, vor allem Yoga in unser tägliches Leben zu integrieren. Ich bin überzeugt, dass mir Meditation vor allem Zuhause helfen wird, wenn wir wieder im normalen wahnsinnigen Alltagsstress sind.

Am Freitag Mittag machten wir uns auf den Weg zurück nach Chiang Mai. Wir verliessen kaum den Feldweg und liefen entlang der Strasse, als uns ein Arbeiterfahrzeug anbot, uns hinten auf der Ladefläche mitzunehmen. Warum auch nicht? Besser als am Strassenrand ohne Gehweg laufen zu müssen. Kurz vor Chiang Mai mussten wir aussteigen, denn sie fuhren in eine andere Richtung. Fünf Minuten später sassen wir auch schon in einem Sammeltaxi, welches uns in die Stadt brachte.


Wir genossen unseren letzten Abend in Chiang Mai und drehten noch eine kurze Runde auf dem Night Market.

Es ist so unglaublich einfach und günstig, in Thailand individuell rumzureisen. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die meisten sprechen auch etwas Englisch, so dass man immer Hilfe bekommt, auch wenn es manchmal nur mit Händen und Füssen funktioniert. Es war unser erstes Land, wo wir per Anhalter gefahren sind und wir würden es in Thailand wieder tun. Ein grosser Nachteil ist das gesüsste Wasser. Man kauft sich eine Flasche Wasser und man spürt einen süssen Nachgeschmack. Es sind nicht alle Wasser gesüsst, aber man muss zuerst herausfinden, welche es nicht sind. Vor zwei Jahren hatte uns ein Kanadier, der in Thailand lebt erzählt, dass Thailand scheinbar viele Diabetiker hätten. Das erstaunt somit nicht allzu sehr.

Am Samstag, 19. Januar 2019 war es an der Zeit für ein neues Land. Wir flogen von Chiang Mai nach Rangun (ehemals Yangon) in Myanmar.

Highlights: Phitsanulok, 6-Tages Yoga-Meditiationsretreat, super nette Leute

Lowlights: gesüsstes Wasser

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